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Was ist Labormedizin?


Labormedizin befaßt sich mit der Diagnostik von Krankheitszuständen unter Zuhilfenahme chemischer, physikalischer und biologischer Methoden und technischer Mittel.

Zum Beispiel: Die Leber baut Blutfarbstoff ab. Abfallprodukte davon geben einen Hinweis darauf, wie gut die Leber diesen Job tut.

In der Labormedizin gibt es verschiedene Teilbereiche, wie die Klinische Chemie, die Mikrobiologie, die Immunologie. Der Laborarzt hat nach dem normalen Medizinstudium eine mindestens 5-jährige klinische und labormedizinische Zusatzausbildung aboslviert, in der er sich mit allen gängigen Methoden und Untersuchungsprinzipien vertraut gemacht und natürlich auch den Bezug seiner Untersuchungen zum Patienten und dessen Krankheit als wesentlichen Bestandteil erlernt hat. Viele Laborärzte haben zusätzlich zu dieser Weiterbildung sich durch zusätzliche Weiterbildung qualifiziert zum Mikrobiologen oder Transfusionsmediziner oder zusätzliche Qualifikationen wie Umweltmedizin. Nicht selten ist auch, dass ein Doppelstudium Medizin und Chemie oder Biochemie vor der Weiterbildung absolviert wurde. Insgesamt dauert die Ausbildung zum Laborarzt mindestens 11 Jahre. Da der Stand der Wissenschaft sich laufend verändert, ist eine ständige Fortbildung auf allen Gebieten der Labormedizin und anderer medizinsicher Gebiete unabdingbar.


Was ist Mikrobiologie?

Die Mikrobiologie beschäftigt sich mit der Untersuchung von Materialien auf Kleinstlebewesen wie Pilze, Bakterien, auf Viren, Parasiten, in der Medizin vorwiegend in ihrer Eigenschaft als Krankheitserreger. Er verwendet hierfür Verfahren der mikroskopischen Untersuchung, der Anzüchtung, ihrer Stoffwechselleistungen und seit Neuestem zunehmend auch ihrer Erbmerkmale. Sie beschäftigt sich darüber hinaus mit Fragen der Übertragungswege und -mechanismen von ansteckenden Krankheiten.


Was ist Transfusionsmedizin?

Transfusionsmedizin heißt nicht nur, eine Blutübertragung durchzuführen, sondern beschreibt den gesamten Aufgabenbereich von der Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung, Überprüfung von Spenderblut bis zur Transfusion. Sie beschäftigt sich darüber hinaus mit Methoden, wie bei einer Operation Blut gespart werden kann, d. h. wie Blut, das bei einer Operation fließt, dem Patienten zurückgegeben werden kann.

Seit der Entdeckung der AB0-Blutgruppen hat sich einiges getan. Nicht nur das Rhesus-System, sondern auch viele andere Blutgruppenmerkmale wurden entdeckt. Nicht alle, aber doch einige der Blutgruppenmerkmale sind für die Verträglichkeit von Blutübertragungen von Bedeutung.

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Weitere Informationen erhalten Sie auf unseren Seiten "Was ist Transfusionsmedizin?", "Eigenblutspende" und "Haemochromatose".


Was ist Umweltmedizin?

Die Umweltmedizin ist eine junge, interdisziplinäre (d. h. für Mediziner verschiedener Fachbereiche zugängliche) Richtung in der Medizin. Sie befaßt sich mit den Auswirkungen der Umwelt im weitesten Sinne auf den Menschen und die dadurch entstandenen Krankheiten bzw. Krankheitsrisiken. Sie beschränkt sich aber nicht allein auf die Feststellung und Behandlung, sondern sieht vor allem in der Vorsorge eine wichtige Aufgabe. So ist die Wirkung des Menschen auf die Umwelt und die Minderung seiner negativen Wirkungen auf diese ein wichtiger Bestandteil umweltmedizinischer Überlegungen.

Weitere Informationen zum Thema Umweltmedizin erhalten Sie auf unserer Seite "Was ist Umweltmedizin?"


Was ist eine andrologische Sprechstunde?

Viele Paare sind ungewollt kinderlos. Woran dies liegt, weiß man zunächst ja nicht. Daher wird zuerst der Frauenarzt konsultiert, der sich um die Funktionen bei der Frau kümmert. Für die andere Seite, den Mann, ist der "Männerarzt", also der Androloge zuständig.

Andrologische Beratungen und Untersuchungen werden von Ärzten für Haut- und Geschlechtskrankheiten und von Urologen angeboten, gelegentlich auch von Frauenärzten. Da es sich bei den Untersuchungen vor allem um mikroskopische Untersuchungen und Hormonbestimmungen handelt, ist der Laborarzt auch hierfür Spezialist.

Der Androloge sollte sich allerdings nicht nur auf die Untersuchung von Sperma und Blut beschränken, sondern vor allem den Patienten in seiner Gesamtheit und auch sein Zusammenleben in der Partnerschaft in die Beurteilung einfließen lassen.

Eine andrologische Untersuchung ohne eine eingehende Beratung des Paares mit Kinderwunsch ist nur eine halbe Sache. Vor allem ergeben sich wichtige Hinweise aus dem Beratungsgespräch, wo wie was zu verbessern sein könnte und welche weiteren Schritte unternommen werden sollten.


Welche Methoden gibt es in der Labordiagnostik?

Der Ursprung der Labormedizin besteht aus einfachen und einfachsten Techniken. Früher wurde der Harn tatsächlich verkostet. War er süß, schloß man auf eine Zuckerkrankheit. Dies war noch so bis in dieses Jahrhundert. Inzwischen ist die Labormedizin eine High-Tech-Wissenschaft geworden.

So bieten sich heute Hormonbestimmungen und viele andere Verfahren an, die den Patienten nicht belasten (sieht man einmal von der einfachen Blutentnahme ab) und in vielen Fällen schon die Diagnose bringen. Funktionsteste sind geeignet, einzelne Funktionen und Regelkreise genauer zu untersuchen.

In der Labormedizin arbeiten wir auch mit gentechnologischen Nachweisverfahren, die nicht nur empfindlicher sind und eine Diagnose u. U. schon vor Ausbruch einer Krankheit gestellt werden kann. So können Risiken frühzeitig erkannt und einem Krankheitsausbruch vorgebeugt werden. Auch für Verlaufskontrollen beispielsweise bei Infektionskrankheiten sind gentechnologische Verfahren äußerst wertvoll.

Natürlich gibt es auch "alternative" Methoden, die zur Diagnosefindung angewandt werden (z. B. Bioresonanz, Kinesiologie). Diese werden aber in der Labormedizin im eigentlichen Sinn des Wortes nicht eingesetzt, da sie weder wissenschaftlich fundiert noch einer Qualitätsüberprüfung zugänglich sind.


Wie wird die Qualität der Labormedizin gewährleistet?

Qualität ist die Voraussetzung für verantwortliche laborärztliche Tätigkeit. Qualität beginnt bei der Vorbereitung des Patienten zur Probenabnahme, der Probennahme selbst und endet noch lange nicht mit der Übermittlung und Archivierung des Untersuchungsbefundes. Sie betrifft genauso die Einkauf von Reagenzien und anderen Untersuchungsmaterialien (das Richtige zur richtigen Zeit), die korrekte Lagerung wie die sachgemäße, d. h. umweltkonforme Entsorgung.

Für die Sicherung der Qualität haben wir drei Instrumente: Die Interne Qualitätskontrolle, die externe Qualitätskontrolle und übergeordnet das Qualitäts-Management-System.


Die interne Qualitätskontrolle

Bei jeder einzelnen Untersuchungsmethode wird jedesmal, wenn diese eingesetzt wird, die Qualität der Untersuchung durch Vergleich der Patienten-Probe mit Standardproben und mit mindestens 2 Kontrollproben auf Richtigkeit und Präzision überprüft. Liegen die Ergebnisse der Kontrollproben, die in einer Untersuchungsserie auch mehrfach mitgeführt und geprüft werden, nicht im vorgegebenen Vertrauensbereich, wird nach der Ursache der Abweichung gesucht, diese abgestellt und die ganze Untersuchungsserie neu bestimmt.

Die Ergebnisse der Kontrollproben werden laufend aufgezeichnet und in Tabellen sowie Schaubildern dokumentiert. So kann man die Qualität der Untersuchung über lange Zeiträume verfolgen und Störungen beispielsweise durch Alterung von Reagenzien sofort erkennen.


Die externe Qualitätskontrolle

Daneben werden in regelmäßigen Abständen unbekannte Proben in einem "Ringversuch" von einer Vielzahl von Laboratorien untersucht und die Ergebnisse miteinander verglichen. So soll gewährleistet werden, dass die Untersuchungsergebnisse verschiedener Laboratorien untereinander vergleichbar sind, auch wenn sie mit anderen Geräten oder Reagenzien arbeiten. Nur so kann gesichert werden, dass ein Ergebnis aus Karlsruhe auch vergleichbar ist mit einem Ergebnis beispielsweise aus Geesthacht, Zürich oder New York. Dies dient vor allem der Sicherheit des Patienten in der Kontrolle eines Krankheitsverlaufs.


Das Qualitäts-Management-System

Qualität darf nicht nur "kontrolliert" werden, sie muss als fester Bestandteil aller Arbeitsschritte gelebt werden. Dieses "Leben mit Qualität" geht nicht einfach so, sondern muss geplant, gesteuert und überwacht werden wie jeder Produktionsprozess.

Interne und externe Qualitätskontrolle sind Bestandteile des Qualitäts-Managements, betrifft aber nur die Kontrolle nach der Analyse. Damit aber alle Arbeitsschritte im Labor für spätere Überprüfung nachvollziehbar sind, werden umfangreiche Arbeitsvorschriften erstellt und Arbeitsprotokolle geführt, die jeden Einzelschritt dokumentieren. Da die Arbeitsabläufe in jedem Labor anders sind, muss jedes Labor, das ein Qualitäts-Management-System aufbaut, sich eine eigene Systembeschreibung erstellen aus Analyse der bisherigen Abläufe, Durchführung von Ablauf-Verbesserungen und Dokumentation. Jede Veränderung im Arbeitsablauf ist entsprchend zu dokumentieren, das System-Handbuch der Veränderung entsprechend zu aktualisieren. Ein Qualitäts-Management-System bedeutet somit viel Mühe zur Einrichtung, sondern auch zur laufenden Aktualisierung. Im Interesse des Patienten bemühen wir uns um stets qualitativ hochwertige Arbeit.


Heißt das, ich brauche gar keinen anderen Arzt?

Nein, natürlich nicht! Die Gesamtschau Ihrer Befunde, die besondere Kenntnis des ganzen Menschen ist immer noch die Aufgabe des behandelnden Arztes, zumal der Laborarzt vor allem diagnostiziert und nur ausnahmsweise in der Therapie tätig wird. Aber viele Diagnosen ergeben sich einfach schon aus den Laborbefunden.

Ihr Hausarzt ist selbstverständlich auch weiter Ihr direkter Ansprechpartner. Dennoch haben Sie keine Scheu, Sie können auch Ihren Laborarzt nicht nur wählen (freie Arztwahl), also bestimmen, wo Ihre Untersuchungen durchgeführt werden sollen, Sie können ihn auch direkt ansprechen und eine Erklärung der Befunde erbitten.


Für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Information kann keine Gewähr übernommen werden. Sie basiert auf dem Wissensstand zum Zeitpunkt der letzten Überarbeitung.



Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs

Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278   E-Mail: Ziegoe@aol.com

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