Dimaval (DMPS) ist ein Chelatbildner, der seit 1957 als Antidot bei akuten Schwermetallvergiftungen eingesetzt wird. Die von DIMAVAL gebundenen Schwermetalle werden innerhalb weniger Stunden (Maximum nach 2 h) mit dem Urin ausgeschieden.
Diese Ausscheidung kann auch diagnostisch ausgewertet werden: Die Konzentration von Quecksilber und anderen Schwermetallen aus dem Zahnamalgam (oder anderer Herkunft) im 2-, 6- und 24 -h-Urin nach DMPS- Gabe steigt mit der Anzahl und dem Abnutzungsgrad der Zahn-Füllungen.
Berücksichtigt man die Konzentration von Quecksilber vor und nach der Gabe von DIMAVAL, so erhält man eine Angabe über die in den Fettdepots der Körpers gespeicherten Schwermetalle und einen Hinweis auf die Notwendigkeit einer Entgiftungstherapie.
Eine solche Therapie besteht in der Regel aus einer wiederholten Gabe von DIMAVAL, die schließlich zu keiner weiteren Quecksilberausscheidung mehr führt.
Sie erscheint sinnvoll, wenn die diagnostische erste DIMAVAL - Gabe zu einem Unterschied von mehr als 50 µg/l Hg zwischen dem Urin vor und dem 5-h- Urin nach DIMAVAL-Gabe geführt hat. Gleiches gilt , wenn die Hg-Konzentration im Urin bereits vor Gabe von DIMAVAL 10 µg/l überschreitet.
Bei einem Unterschied von 100 µg/l Hg zwischen basaler Konzentration und Konzentration im 5-h-Urin nach DIMAVAL-Gabe erscheint eine Entgiftungstherapie zwingend notwendig.
Die Amalgam-Plomben sollten in diesen Fällen ebenfalls entfernt werden.
Neben dem Quecksilber treten weitere giftige Schwermetalle aus dem Zahnamalgam in den Speichel über und weden als metallorganische Verbindungen im Fettgewebe und den lipidreichen Nervenscheiden gespeichert. Zu diesen Metallen gehören vor allem Zinn, Kupfer und Silber.
Ihre Konzentrationen haben einen Einfluß auf den Verlauf der Entgiftung mit DIMAVAL und sollten nach Möglichkeit ebenfalls bestimmt werden.
Bei chronischen Quecksilberbelastungen werden sehr oft Selen-Mangel-Zustände beobachtet, da Selen an der körpereigenen Elimination des Quecksilbers beteiligt ist und somit einem "Verbrauchseffekt" unterliegt.
In diesen Fällen ist nach der DIMAVAL-Behandlung eine Selen-Substitution angezeigt. Allerdings können Selen-Quecksilber-Komplexe auch erneut abgelagert werden, weshalb während der Quecksilber-Molbilisation die Gabe von Selen nicht indiziert ist.
Vor Beginn eines DIMAVAL - Tests oder einer Therapie sollte auch ein Zinkmangel ausgeschlossen werden, da zum einen die DIMAVAL - Gabe zu einem Zinkverlust führt, und zum anderen ein Zinkmangel die Symptomatik der Schwermetallvergiftung verstärkt.
Durchführung des DIMAVAL-Testes
10-20 ml Spontanurin vor Gabe von DIMAVAL zur Untersuchung auf Quecksilber (ggf. auch Blei, Kupfer, Palladium, Selen, Zink, Zinn) und Kreatinin
Einnahme von 3 Kapseln DIMAVAL auf nüchternen Magen
Mindestens 150 ml Tee, Wasser, Limonade o. ä. trinken
Urin über 5 Stunden sammeln, Gesamtmenge notieren, davon 10 - 20 ml einsenden zur Untersuchung auf Quecksilber (ggf. auch Blei, Kupfer, Palladium, Selen, Zink, Zinn) und Kreatinin.
Bewertung
Vor Dimaval
Nach Dimaval
Quecksilber
5 µg/g Kreatinin
5µg/g Kreatinin
Blei
50 µg/g Kreatinin
150 µg/g Kreatinin
Kupfer
50 µg/g Kreatinin
500µg/g Kreatinin
Zink
700 µg/g Kreatinin
(Mangel: < 140)
> 2000 µg/g Kreatinin
Zinn
5 µg/g Kreatinin
15µg/g Kreatinin
Tabelle: Ausscheidungs-Grenzwerte ausgewählter Elemente im Urin, vor und nach DIMAVAL
(nach Daunderer)
Durchführung des Kaugummi-Tests (Belastung durch Zahn-Amalgam)
Spontanspeichel-Probe sammeln (ca. 5 ml in einem kleinem, dicht schließenden Behälter (z. B. Urin-Röhrchen)). Mit "Speichel 1" beschriften. Bitte auf Abwesenheit von Speiseresten achten, notfalls wiederholen.
Danach wird 5 - 10 min lang ein möglichst zuckerfreier Kaugummi-Streifen intensiv gekaut und danach wieder eine ca. 5 ml Speichelprobe (ohne Kaugummi! ) gesammelt. Gefäß bitte sorgfältig verschließen und mit "Speichel 2" beschriften.
Beide Speichelproben an das Labor senden. Bestimmung von Quecksilber und ggf. zusätzlich Kupfer, Silber und Zinn im Speichel.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs
Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278 E-Mail:Ziegoe@aol.com