In der kinderärztlichen Praxis steht der Arzt immer wieder vor der Problematik, daß eine infektserologische oder allergologische Diagnostik notwendig ist, die Probengewinnung aber aus verständlichen Gründen sehr problematisch werden kann.
Wir haben daher nach Möglichkeiten gesucht, aus geringen Blutmengen, die zudem unter Vermeidung der Venenpunktion zu gewinnen sind, wichtige serologische Parameter zu bestimmen.
Seit vielen Jahren haben wir Erfahrungen über den Nachweis von Antikörpern gegen Bakterien, und Viren sowie gegen Allergene aus Trockenblut.
Dabei hat sich die Verwendung von Kapillarblut auf Filterpapier (= Trockenblut) für die Infektionsserologie wie für die Allergiediagnostik als sehr zuverlässig erwiesen (Einschränkungen s. u.).
Auch noch nach mehr als 3-monatiger Lagerung der Filterpapiere mit Kapillarblut können die Antikörper ohne signifikante Titerminderung aus der Probe bestimmt werden.
Aus methodischen Gründen (Probenvolumen im Test, Störungen durch gelöstes Haemoglobin) kann Trockenblut nur bei Verfahren eingesetzt werden, die nach dem Prinzip des IFT, ELISA oder RIA/IRMA erfolgen.
KBR, Haemagglutination bzw. Haemagglutinationshemmung, direkte Agglutination (Widal) oder dem Westernblot (Dot-Blot dagegen ist möglich!) verlaufen, sind aus Trockenblut bisher nicht mit ausreichender Qualität durchführbar.
Wir führen für Sie aus Trockenblut derzeit folgende Untersuchungen durch:
Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Zweifelsfalle bitte nachfragen!
Nicht möglich sind bisher Antikörper gegen folgende Erreger: Listerien, Salmonellen, Shigellen, Coxsackie-Viren, Hepatitis B (HBs-AG und -AK). Auch rheuma-serologische Untersuchungen, klinisch-chemische Parameter wie Leberenzyme, Glucose, Hormonuntersuchungen (mit Ausnahme von TSH und 17-alpha-OH-Progesteron) sind aus Trockenblut derzeit noch nicht möglich.
Für die Probengewinnung und den Transport verwenden Sie bitte unsere Filterpapierkärtchen, die für as Neugeborenen-Screening vorgesehen sind (wir senden sie ihnen gerne kostenfrei zu).
Die vorgegebenen Kreise sollen vollständig (auch rückseitig) mit Blut gefüllt sein. Es darf über die Kreise hinaus aufgetropft werden! Zuviel ist unschädlich! Ein Kreis entspricht 50 ml Blut, unter Berücksichtigung des Haematokrit somit ca. 20 ml Serum.
Sie sehen bereits aus der Einschränkung, daß der Haematokrit, also der Anteil der zellulären Bestandteile im Blut berücksichtigt werden muß, uns aber nicht bekannt ist, daß in der Bestimmung aus Trockenblut eine höhere Ungenauigkeit liegt als in der Bestimmung aus Serum.
Die Ungenauigkeit hält sich aber bei infektionsserologischen Untersuchungen unterhalb der Grenzen, die durch die notwendigen Verdünnungsschritte als Titerstufen vorgegeben sind.
Die Filterpapierkarte senden Sie bitte mit der Überweisung als Brief an uns ein, frankieren Sie bitte mit DM 1,10 oder vermerken Sie: "Gebühr zahlt Empfänger". Den Vermerk bitte mit einem Kästchen einrahmen (dann sparen Sie uns 30 Pfennig Aufschlag!). Sie können auch mehrere Proben zusammen in einem Umschlag einsenden.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs
Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278 E-Mail:Ziegoe@aol.com