Transfusionsmedizin heißt nicht nur, eine Blutübertragung durchzuführen, sondern beschreibt den gesamten Aufgabenbereich von der Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung, Überprüfung von Spenderblut bis zur Transfusion. Sie beschäftigt sich darüber hinaus mit Methoden, wie bei einer Operation Blut gespart werden kann, d. h. wie Blut, das bei einer Operation fließt, dem Patienten zurückgegeben werden kann.
Seit der Entdeckung der AB0-Blutgruppen hat sich einiges getan. Nicht nur das Rhesus-System, sondern auch viele andere Blutgruppenmerkmale wurden entdeckt. Nicht alle, aber doch einige der Blutgruppenmerkmale sind für die Verträglichkeit von Blutübertragungen von Bedeutung.
Kann ich einen Transfusionsmediziner direkt aufsuchen?
Meist wird nur Ihre Blutprobe von einem anderen Arzt verschickt, in einigen Fällen wird der Patient selbst direkt zum Transfusionsmediziner kommen.
Vor Operationen, bei denen Sie vermutlich sonst eine oder mehrere Fremdblutkonserven benötigen würden, kann das damit verbundene Restrisiko ausgeschaltet werden, wenn Sie sich selbst Blut spenden. Aus Ihrer Spende wird jeweils eine Plasmakonserve und eine Blutkonserve (Erythrocytenkonzentrat) hergestellt, bis zu Anwendungstermin gelagert und nur im Bedarfsfall verwendet.
Da die Haltbarkeit von Erythrocytenkonzentraten maximal 6 Wochen beträgt, müssen Eigenblutspenden vor Operationen detailliert geplant werden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite "Eigenblutspende".
Zur Aderlaßbehandlung
Bei einigen Krankheiten ist immer wieder eine Behandlung notwendig, die zu einer teilweisen Entfernung einzelner Bestandteile (z. B. rote Blutkörperchen, Blutflüssigkeit) führt. Hierfür ist der Transfusionmediziner der Spezialist.
Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Seite "Haemochromatose".
Zur Verträglichkeitsprüfung:
Vor Knochenmarksspenden müssen die Merkmale Ihrer Blutzellen getestet werden, damit der Empfänger Ihre Spende auch "annehmen" kann. Ist die Verträglichkeit nicht gegeben, würden übertragene Blutzellen sofort "abgestoßen".
Auch in der Schwangerschaft können Probleme der Verträglichkeit zwischen Mutter und Kind auftreten. Wenn die Mutter beispielsweise Abwehrstoffe gegen Merkmale des kindlichen Blutes bildet, kann dies die Gesundheit und sogar das Leben des Kindes in Gefahr bringen.
Wie vor Knochenmarksspenden oder Transplantationen werden hier Merkmale der Blutzellen mit speziellen Verfahren untersucht. Dies erfolgt aus der Erkenntnis, daß viele Krankheiten, beispielsweise die Bechterewsche Erkrankung erblich angelegt sind und das Risiko, zu erkranken, aus den Merkmalen von weißen Blutkörperchen (die sich auch auf anderen Körperzellen befinden) abgeschätzt werden kann.
Zur Blutgruppenbestimmung:
Natürlich können Sie auch zum Transfusionsmediziner kommen, wenn Sie einfach nur Ihre Blutgruppe wissen wollen.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs
Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278 E-Mail:Ziegoe@aol.com