Procalcitonin (PCT), ein Entzündungsmarker bei schweren bakteriellen und parasitären Infektionen
Procalcitonin, die inaktive Vorstufe des Hormons Calcitonin, läßt sich beim Gesunden nicht nachweisen, tritt jedoch in sehr hohen Konzentrationen bei systemischen (nicht lokalen!) und septisch verlaufenden Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Parasiten sowie beim Versagen mehrerer Organe (z. B. Leber- und Niereninuffizienz) im Plasma auf.
Eine erhöhte Konzentration des normalerweise aus dem Procalcitonin entstehenden Hormons Calcitonin findet sich dabei nicht. Die PCT-Spiegel korrelieren in den genannten Fällen mit der Entzündungsaktivität und der Schwere des Krankheitsbildes. Dagegen sind sie nicht oder nur gering erhöht bei Virus-Infektionen und chronischen Entzündungen.
Im Gegensatz zu CRP, dem bekanntesten Marker für Entzündungsaktivität, das nach erfolgreicher Behandlung einer Infektion noch tagelang pathologische Spiegel aufweist, fällt PCT nach Überwindung der Infektion rasch auf Normalwerte, d. h. unter die Nachweisgrenze ab.
PCT eignet sich zur Früherkennung infektiöser Komplikationen bei
chirurgischen Patienten
Patienten auf Intensivstationen
Transplantationspatienten
immunsupprimierten Patienten
Patienten mit Neutropenie, z. B. unter Chemotherapie
Patienten mit venösem Port, Verweilkanülen oder venösem Dauerkatheter
Patienten mit septischem Krankheitsbild unklarer Genese
PCT ist ein neuer, aussagekräftiger Parameter zu Diagnose, Verlaufsbeobachtung und Therapiekontrolle bei
Patienten mit schweren, bakteriellen und parasitären Infektionen
septischen Patienten und Sepsis-Risikopatienten.
PCT eignet sich zur Differentialdiagnose von
infektiösen vs. nichtinfektiösen Krankheitsätiologien (z. B. ARDS, biliäre akute Pancreatitis)
bakteriellen vs. viralen Infektionen (z. B. akute Meningitis, Neugeborenen- Sepsis)
akuten bakteriellen Infektionen vs. chronischen Entzündungsreaktionen (z. B. Autoimmunerkrankungen)
Transplantat-Abstoßungsreaktion vs. bakteriellen und mykotischen Infektionskomplikationen
Referenzwerte
Aus den bisher zur Verfügung stehenden Daten ergibt sich zur Bewertung der PCT-konzentrationen folgendes Bild:
Normalpersonen
< 0,5 ng/ml
chronische entzündliche Prozesse
< 0,5 - 1,0 ng/ml
virale Infektionen
< 0,5 - 2,0 ng/ml
leichte bis mittelschwere bakterielle Lokalinfektionen
Als Probenmaterial benötigen wir 1 ml gefrorenes Serum. Telefonische Voranmeldung erforderlich!
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Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278 E-Mail:Ziegoe@aol.com