Falsch positive Lues-Seroreaktionen bei Autoaggressionskrankheiten sind seit langem bekannt. Sie sind auf Antikörper gegen Phospholipide zurückzuführen, welche auch mit Strukturen der Zellkerne reagieren können. Zu den Phospholipid-Antikörpern (APA) sind auch die Anti-Cardiolipin-Antikörper (ACLA) und das Lupus-Antikoagulans (LA) zu zählen
Phospholipide spielen eine erhebliche Rolle im physiologischen Ablauf der Blutgerinnung und der Komplementaktivierung. Antikörper gegen Phospholipide sind in der Lage, die physiologischen Abläufe aktivierend oder hemmend zu beeinflussen - je nach Struktur und damit Spezifität der Antikörper.
Daraus ergibt sich folgende mögliche Symptomatik:
arterielle und venöse Thrombosen
Thrombocytopenien
(selten) Blutungen
habituelle Aborte nach Thrombosen in der Placenta
Cerebral-Ischämien
APA, ACLA und LA müssen nicht nur als Störfaktor im Gerinnungssystem beachtet werden, sondern sind auch von primär-diagnostischer Bedeutung:
Häufigkeit (%) von ACLA (Cardiolipin-AK ) bei Krankheiten
Krankheit
IgG. u./o.
IgG-ACLA
IgG-ACLA
IgM-ACLA
LA
SLE*
45-77
40
47
34-80#
SLE mit Thrombosen
75-95**
83
SLE mit habituellen Aborten
70-85**
95
Habituelle Aborte (ohne SLE)
13
HIV-Infektionen
23
Drogenabhängige
26
Ischämische Hirnepisoden
29
100
SLE mit Hemmkörpern
94
Kinder mit SLE
36
12
33
Idiopathische thrombozytopenische
Purpura
56
Primäre biliäre Zirrhose
43
Rheumatoide Arthritis
33
ANA positive Seren (ohne SLE)
13
VDRL falsch-positive Patienten
52
Gesunde Blutspender
6
5
5
4
* generell ** die größere Häufigkeit bei niedrigen positiven Titern
# altersabhängig
Material: 5 ml Citratblut + 2 ml Serum
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Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
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