Blasen-Karzinome stellen ca. 3 % aller malignen Erkrankungen. Vom Blasen-Karzinom sind vor allem Männer über 50 Jahre betroffen (M : F = 3 : 1).
Als Ursachen gelten u. a. Rauchen, chronische Blaseninfektionen und -Irritiationen sowie Arbeiten in der Gummi-, Farbstoff- oder Lederindustrie.
Typische Symptome schließen ein: Haematurie, Dysurie, Schmerzen im Becken und/oder urethrale Obstruktionen. Das Harnblasen-Karzinom metastasiert frühzeitig in regionäre Lymphknoten und haematogen in Leber, Lunge, Peritoneum und Skelett.
Außerdem zeigt es eine ausgepräge Rezidivneigung.
Frühzeitige Diagnose von Primärtumor und Rezidiven sind von essentieller Bedeutung für die Therapie und Prognose, nicht-invasive Kontrollmöglichkeiten steigern die Akzeptanz durch den Patienten.
NMP 22
Nucleäre Matrix-Proteine (NMP) bilden das Gerüst für die räumliche Struktur der Zellkerne und sind an allen wichtigen Vorgängen, wie drei-dimensionale Organisation der Chromosomen, DNS-Replikation, RNS-Synthese ect. maßgeblich beteiligt.
Die Expression dieser Proteine variiert je nach Zelltyp, Stadium der zellulären Differenzierung, Zell-Zyklus und dementsprechend auch je nach Tumorart.
Das NMP-22 ist mit Tumoren des Urogenitaltraktes assoziiert. Studien haben belegt, daß NMP 22 in Tumorzellen in mehr als 10-facher Konzentration gegenüber gesunden Zellen enthalten ist. Bei Zelltod zerfällt das NMP in lösliche Fragmente, die im Urin nachweisbar sind.
NMP 22 kann somit durch seine Fragmente nachgewiesen werden. Dies erfolgt mittels monoclonaler Antikörper. Die Ergebnisse bieten die Möglichkeit, bei Patienten mit Urothel-Karzinomen bereits am 5. Tag nach der TURBT mittels nicht-invasiver Verfahren das Rezidiv-Risko zu beurteilen. Umfangreiche Studien haben gezeigt:
NMP 22 hat einen negativen Vorhersagewert von 92 % bei Männern und 86 % bei Frauen
NMP 22 ist doppelt so sensitiv wie die Zytologie
NMP 22 erfaßt auch den oberen Bereich des Urogenitaltrakts und ergänzt so die Cystoskopie
NMP 22 interferiert nicht mit Urin-Bestandteilen wie Haemoglobin, Zytokeratin oder Blutzellen
Die Bestimmung von NMP 22 wird nicht beeinflußt von Therapien mit Thiotepa oder ß-HCG
NMP 22 erlaubt somit die schonende, nicht-invasive Therapiekontrolle mit hohem praediktivem Wert. Sensitivität und Spezifität werden in mehreren Studien mit 70 bis 85 % angegeben, wobei 10 U/ml als Grenzwert gelten.
Da es bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege (z. B. bakterielle Cystitis) naturgemäß zu vermehrter Freisetzung nucleärer Matrixproteine kommt, ist bei bakteriellen Infektionen mit stark erhöhten Werten zu rechnen, die aber unter antibakterieller Therapie schnell absinken.
Erhöhte Werte bei Urothel-Karzinomen können durch die antibakterielle Therapie naturgemäß nicht beeinflußt werden.
NMP 22 eignet sich nur für Urothel-Karzinome, nicht die Überwachung von Dünndarm-Interponaten.
Probenmaterial: Morgendlicher Spontanurin.
Das Sammeln von Urin ist nicht erforderlich und auch nicht sinnvoll wegen der Gefahr mikrobieller Zersetzung der normalen, gesunden Urothel-Zellen im Sammelgefäß.
Von Bedeutung für korrekte Ergebnisse ist daher, daß der Urin baldmöglichst mit einem Konservierungmittel zu versetzen ist. Wir stellen Ihnen dieses gerne zur Verfügung.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs
Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278 E-Mail:Ziegoe@aol.com