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Malariaprophylaxe: Notfall-Selbstbehandlung, "Stand-by"-Medikation
(Schutzempfehlungen S)



Empfehlungen zur notfallmäßigen Selbstbehandlung, wenn bei Fieber oder anderen malaria-verdächtigen Symptomen im Ausland kein Arzt erreichbar ist. Als Entscheidungshilfe kann ein Malaria-Schnelltest dienen, der auch von Laien zur notfallmäßigen Selbstdiagnose anwendbar ist (Anfrage über CRM).


Atovaquon + Proguanil

Dosierung: je 4 Tabletten als Einzeldosis an 3 aufeinanderfolgenden Tagen


Chloroquin

Dosierung: 1. Tag sofort 600 mg Base, nach 6 Stunden weitere 300 mg Base,
2. und 3. Tag je 300 mg Base


Mefloquin

Beginn: 750 mg (3 Tabletten), nach 6 Stunden: 500 mg (2 Tabletten)
Bei Körpergewicht > 60 kg nach weiteren 6-8 Stunden: 250 mg (1 Tablette)


Medkament
Bemerkungen
Atovanquon + Proguanil Erscheint zur Behandlung unkomplizierter Malaria tropica vor allem in Gebieten mit bekannten Resistenzen gegen andere Mittel geeignet. Größere Erfahungen für diese Indikation liegen noch nicht vor.
Chloroquin Ist geeignet für Gebiete ohne Chloroquinresistenz bei Malaria tropica bzw. Gebiete, in denen ausschließlich Malaria tertiana vorkomt, wenn zuvor keine Chemoprophylaxe betrieben wurde.
Mefloquin Ist für alle anderen Gebiete geeignet, wenn es nicht zuvor bereits als Chemoprophylaxe (Empfehlung C) benutzt wurde; in diesem Fall ist gegenwärtig von einer weiteren Selbstmedikation abzuraten und umgehend ärztliche Hilfe zu suchen.
Halofantrin Wird wegen möglicher Cardiotoxizität zur Selbstmedikation prinzipiell nicht mehr empfohlen. Zu Ausnahmen siehe im Kapitel Kontraindikationen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Hinweise.


Von der WHO werden außerdem noch folgende Medikakamente zur "Stand-by"-Medikation genannt (in Deutschland z. T. nicht zugelassen):


Medkament
Bemerkungen
Sulfa/Pyrimethamin-Kombinationen Z. B. Fasidar, Metakelfin
Für tropisches Afrika, sonst nur in B-Gebieten
Chinin evtl. kombiniert mit Tetracyclin oder Doxycyclin Dosierung wegen unterschiedlicher Formulierungen siehe Beipackzettel, Anwendung ohne ärztliche Überwachung, problematisch.
Wechselwirkungen mit anderen Malariamitteln beachten


Die notfallmäßige Selbstbehandlung eines Malaria-Verdachts sollte wirklich nur im Ausnahmefall erfolgen und möglichst nicht bei Kindern, Schwangeren, chronisch Kranken, älteren Menschen oder Immungeschwächten.

Auch nach klinischer Besserung wird die Konsultation eines Arztes zum nächstmöglichen Zeitpunkt dringend empfohlen.

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Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs

Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278   E-Mail: Ziegoe@aol.com

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