Lindan kommt, oft zusammen mit seinen Isomeren a- und ß-Hexachlorcyclohexan (HCH), durch den jahrzehntelangen Einsatz als Insektengift und Zusatz von Holzschutzmitteln inzwischen praktisch überall in Spuren in unserer Umwelt vor. Damit hat jeder eine gewisse Grundbelastung mit dieser Substanz. Der Einsatz als Insektengift erfolgte oft in Form von Sprays, Streifen, Ameisenpulver usw.
Chemikaliengesetz/Gefahrstoffverordnung usw.
Lindan ist eingestuft als giftig beim Einatmen, Verschlucken oder Berühren mit der Haut.
Lindan-haltige Materialien müssen gekennzeichnet sein mit diesem Hinweis sowie mit dem Hinweis: "Reizt die Augen und die Haut" sowie "Sehr giftig für Wasserorganismen".
Mit diesen Werten ist durchschnittlich in einem unbelasteten Umfeld zu rechnen. Diese kommen durch die allgemein in der Umwelt vorhandenen Belastungen zustande.
Normalwerte
Bis zu diesen Werten besteht nach derzeitigem Kenntnisstand kein Handlungsbedarf. Solche Werte können noch durch die allgemeine Umweltbelastung erreicht werden. Diese Konzentrationen führen i. a. noch nicht zu Beschwerden.
Belastung
Sollten diese Werte erreicht oder überschritten werden, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Hier ist auf Dauer mit gesundheitlichen Schwierigkeiten zu rechnen.
Wenn die gefundenen Werte zwischen den Normalwerten und einer Belastung liegen, können gesundheitliche Beschwerden bei chronischer Belastung nicht ausgeschlossen werden.
Dazu kommt wie bei allen Chlorkohlenwasserstoffen noch die Verunreinigung mit Dioxinen, Furanen und anderen technischen Verunreinigungen, die unter Umständen toxischer als Lindan sind und eine weitere Belastung darstellen.
Bedingt durch die recht gute Flüchtigkeit findet sich Lindan in belasteten Wohnungen sehr oft im Hausstaub, auf Textilien usw. Dadurch kann es zur Belastung durch direkten Kontakt, kontaminierte Lebensmittel etc. kommen.
Symptome einer Lindan-Intoxikation
Lindan ist ein Nervengift und führt über Funktionsstörungen des Nervensystems zum Tod von Insekten.
Beim Menschen zeigen sich folgende Symptome: Muskelschmerzen, Einfluß auf das Knochenmark bis zur Schädigung, Einfluß auf die Blutbildung. Es kann zu schweren Symptomen wie amyotrophe Lateralsklerose, Parkinsonismus und Multipler Sklerose kommen.
Der Einfluß auf das Immunsystem führt im Tierversuch zur Hemmung der Antikörperbildung, bei Arbeitern in der HCH-Produktion wurden ca. 20 % weniger Lymphozyten gezählt. Lebererkrankungen können ebenfalls durch Lindan und Homologe hervorgerufen werden.
Symptome chronischer Belastung sind neben Abmagerung und Degeneration der Herz- und Skelettmuskulatur auch fettige Degeneration von Milz und Leber sowie Leberschäden. In einigen Fällen wurden allergische Reaktionen beobachet.
Die Leberkrebs-auslösende Wirkung ist zur Zeit noch umstritten. Vermutlich wirkt Lindan als Tumor-Promotor.
Die Speicherung erfolgt vor allem im Fettgewebe, weniger ausgeprägt im Gehirn, der Leber und im Blut. Die Ausscheidung erfolgt nach Metabolisierung über den Harn (versch. Chlorphenole, Chlorbenzole).
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs
Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278 E-Mail:Ziegoe@aol.com