Die heute verfügbaren Impfungen sind im allgemeinen gut verträglich. Nebenwirkungen sind mittlerweile sehr selten. Trotzdem sollte man vor jeder Impfung gründlich den Nutzen einer Impfung mit den Risiken der Erkrankung (und dem Risiko an dieser Krankheit zu erkranken) abwägen. Nur wenn der Nutzen das Risiko übersteigt, ist eine Impfung sinnvoll.
Die Nebenwirkungen, die bei Impfungen typischerweise auftreten sind hier aufgeführt. Weitere Nebenwirkungen finden Sie (bisher teilweise - ich arbeite noch dran) bei den jeweiligen Impfungen aufgeführt.
Bei fast allen Impfungen können auftreten:
Lokalreaktionen (treten bei ca. 2 - 4 % der Impfungen auf): Rötung, Schwellung, Schmerzen an der Impfstelle (Injektionsstelle) selbst. Diese fühlen sich meist ähnlich wie ein Muskelkater an und sind im Allgemeinen nach wenigen Tagen
(selten über wenige Wochen - vor allem wenn zu oft und schnell hintereinender geimpft wurde)
Allgemeinsymptome wie Temperaturerhöhung (praktisch nie Fieber), Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen können auftreten.
Sie sind eigentlich ein Zeichen der Abwehrreaktion des Körpers und damit ein Zeichen für die Ausbildung von Abwehrkräften durch das Immunsystem. Sie sind selten stärker ausgeprägt.
In Einzelfällen kann es zu schwereren Allgemeinsymtomen wie bei einer echten Erkrankung kommen (sehr selten, seltener als 1 Fall bei einer Millionen Impfungen).
Allergische Reaktionen gehören zu den risikoreicheren Komplikationen. Sie sind jedoch extrem selten. Die Spanne reicht von Hautausschlägen und Juckreiz für eine kurze Zeit (meist nur Stunden) als leichtere allergische Reaktion bis hin zum anaphylaktischem Schock.
Darunter versteht man eine schwerste allergische Reaktion, die kurz nach der Impfung auftritt (wenige Minuten) und zu Kreislauf- und Atemproblemen bis hin zum Herzstillstand führen kann. Dies ist wirklich eine Rarität.
UND: um hier sofort eingreifen zu können, hat jeder Arzt bei Impfungen einen Notfallkoffer mit Medikamenten und Beatmungsgerät griffbereit.
Bleibende Komplikationen und Nebenwirkungen sind extrem selten: bei der "Schluckimpfung" gegen Polio liegt das Risiko bei 1 zu 15 Millionen (d. h. ca. alle 3 bis 4 Jahre kommt es in Deutschland zu schwereren Nebenwirkungen durch diese Impfung).
Damit gehört die Schluckimpfung mit zu den nebenwirkungsreichsten Impfungen. Das Risiko der Erkrankungen selbst im Vergleich zu den Impfungen gesehen, zu bleibenden Gesundheitsprobleme bis hin zum Tod zu führen, ist um ein vieltausendfaches höher.
Nebenwirkungen können besonders auftreten, wenn die Impfung nicht sachgerecht ausgeführt wird und die Gegenanzeigen (Kontraindikationen) sowie die Impfabstände nicht beachtet werden (Gruß an alle chirurgisch tätigen Kollegen).
Gegenanzeigen (Kontraindikationen) von Impfungen
(alles sind relative Kontraindikationen, d. h. man muss Vorteile und Gefahren genau abwägen):
Akute Erkrankungen, manche Impfungen können bei einem leichten Infekt (z. B. Erkältung ohne Fieber) trotzdem durchgeführt werden, wenn Zeitdruck besteht. Grundsätzlich sollte man bei einer Impfung jedoch gesund sein.
Rekonvaleszenz, d. h. Erhohlungsphase nach einer Krankheit oder Geburt - nach einer akuten Krankheit sollten Sie in der Regel 2 Wochen mit einer Impfung warten.
Inkubierte, d. h. Personen, die sich mit einer anderen Erkrankung angesteckt haben.
Zu beachten ist: eine Impfung gegen eine Krankheit, mit der man sich angesteckt hat, kann ev. schützen und damit sinnvoll sein - fragen Sie dazu ihren Hausarzt oder Ihr Gesundheitsamt.
Chronische Krankheiten, fragen Sie hier unbedingt Ihren behandelnden Arzt.
Primäre oder sekundäre Immundefekte, z. B. Antikörpermangelsyndrome, auch Subklassen, Immunsupression z. B. durch Cortison, Chemotherapie oder andere Behandlungen Strahlentherapie und Bestrahlung, Leukämie.
Bei unerkannten Immundefekten kann es zu schweren Komplikationen und beleibenden Schäden durch eine Impfung kommen. Die jeweilige Erkrankung würde jedoch mit Sicherheit noch schwerere Probleme nach sich ziehen. Ziel muss es also sein angeborene (und andere Immundefekte) möglichst frühzeitig zu erkennen.
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Wechselwirkungen:
Gleichzeitige Immunglobulingabe - Impfungen durch sog. attentuierte Lebendimpfstoffe sollten bis 3 Monate nach einer Gabe von Immunglobulinen unterlassen werden.
Komplikationen treten zwar nicht häufiger auf, jedoch ist der Impfschutz nicht gewährleistet (siehe auch Zeitabstände bei Impfungen).
Gleiches gilt bei Bluttransfusionen und anderen Gaben von Blutbestandteilen.
Ein Tuberkulin-Test (Hauttest auf eine Tuberkuloseerkrankung) kann bis zu 6 Wochen nach einer Masern- oder Mumps-Impfung zu einem falschem Ergebnis führen.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs
Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278 E-Mail:Ziegoe@aol.com