Enzym Immuno Assay zum Nachweis des "Goodpasture Antikörpers"
(Anti-M2 Antikörpers)
Einführung
Der Begriff "Goodpasture Syndrom" wurde ursprünglich eingeführt, um ein Krankheitsbild von unklarer Ätiologie zu beschreiben, das durch eine Lungen-Hämorrhagie kombiniert mit einer schnell progressiven, oligurischen Glomerulonephritis charakterisiert ist.
In der Folgezeit konnte nachgewiesen werden, daß beim Goodpasture Syndrom Autoantikörper, die gegen Antigene in der glomerulären Basalmembran (GBM) gerichtet sind, eine wesentliche pathogenetische Bedeutung haben.
Die Autoantikörper stellen sich in der Immunfluoreszenz als kontinuierliche, lineare Ablagerung von Immunglobulinen entlang der glomerulären Basalmembran dar.
Die Tatsache, daß ähnliche klinische Bilder auch ohne anti-GBM Antikörper, ausgelöst durch andere Mechanismen, auftreten können, hat zu einiger Verwirrung der Begriffe geführt. Statt Goodpasture Syndrom wird deshalb häufig auch der Begriff anti-GBM vermittelte Glomerulonephritis gebraucht, aber anti-GBM Antikörper können, wenn auch selten, auch ohne progressive Glomerulonephritis nachgewiesen werden.
Diese Antikörper sind gegen andere Antigene gerichtet und nicht gegen das spezifische "Goodpasture Antigen", das in letzter Zeit charakterisiert und isoliert werden konnte.
Dieses "Goodpasture-Antigen" liegt auf der sogenannten M2 Untereinheit, der gegen Kollagenase resisistenten globulären Domäne des Kollagen IV. Das Kollagen IV ist ein wesentlicher Baustein der glomerulären Basalmembran und die M2 Untereinheit scheint für das Kollagen IV der Niere spezifisch zu sein.
Nicht behandeltes Goodpasture-Syndrom verläuft in 75 - 90 % der Fälle tödlich. Durch Plasmaaustausch und Immunsuppression konnte der Anteil mit tödlichem Ausgang auf 20 - 40 % gesenkt werden.
Der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Behandlung ist eine frühe Diagnose, damit die Behandlung einsetzen kann, bevor die Zerstörung des Nierengewebes zu weit fortgeschritten ist.
Testcharakteristika
Der Test wurde mehrere Jahre an der Abteilung für Nephrologie des Universitätskrankenhaus Lund, Schweden, erprobt. In einer klinischen Studie wurden dabei 200 Seren von gesunden Blutspendern, 500 Seren von Patienten mit primärer und sekundärer Glomerulonephritis, darunter Patienten mit SLE, Wegenersche Granulomatose und IgA Nephritis und 32 Seren von Patienten mit Goodpasture-Syndrom getestet.
Die jeweiligen Diagnosen wurden nach dem klinischen Bild aufgrund von Nierenbiopsien gestellt. Das Kriterium für das Goodpasture-Syndrom war dabei der Nachweis von linearen Immunglobolinablagerungen an der GBM mittels direkter Immunfluoreszenz. Keines der 700 Seren der Kontrollgruppen zeigte ein positives Ergebnis, alle 32 Seren von Patienten mit Goodpasture-Syndrom ergaben deutlich erhöhte Absorptionswerte.
Grenzen des Tests
Naturgemäß weist der Test nur Antikörper nach, die gegen das M2 Antigen des Kollagen IV der Niere gerichtet sind, wie sie beim Goodpasture Syndrom im engeren Sinn auftreten. Autoantikörper gegen andere Komponenten der Basalmenbran, die mit der indirekten Immunfluoreszenz an Affennierenschnitten erfaßt werden können, werden nicht nachgewiesen.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs
Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278 E-Mail:Ziegoe@aol.com