Gestiationsdiabetes: Eine Gefahr für ungeborenes Leben
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft fordert bereits seit Jahren zur Diagnostik und Therapie des Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) ein generelles Screening.
Bei 1 - 5 % der Schwangern tritt diese Krankheit in unterschiedlich starker Ausprägung ab der 24. - 28. Schwangerschaftwoche auf und bringt hohe mütterliche und fetale Risiken mit sich.
Bei einem unerkannten Gestationsdiabets ist mit einer hohen perinatalen Mortalität zu rerchnen. Sie ereignet sich im Rahmen einer "Frühgeburt mit fatalem Ausgang" oder als "ungeklärter intrauteriner Fruchttod" und wird daher nur selten dem GD zugeschrieben.
Weit häufiger als der intrauterine Fruchttod sind aber Schädigungen des Ungeborenen, die zu lebenslangen Behinderungen führen können. Hinzu kommt das vermeidbare Risiko für die Mutter.
Zur Diagnose des Gestiationsdiabetes hat die Deutsche Diabetes-Gesellschaft klare Richtlinien erarbeitet:
Screening
Suchtest in der 24. - 28. Schwangerschaftswoche
Bei negativem Befund Wiederholung in der 32. - 34. Schwangerschaftswoche:
Einmalige Bestimmung der Blutglucose 60 min nach oraler Gabe von 50 g Glucose, gelöst in 200 ml Flüssigkeit
Liegt die Glucosekonzentration in kapillären Vollblut oder venösen Plasma > 140 mg/dl, so besteht Verdacht auf einen Gestationsdiabetes.
Es muß ein oraler Glucose-Toleranztest (oGTT) durchgeführt werden.
oGTT
Methodik: Dreimalige Bestimmung der Blutglucose.
75 g Glucose, gelöst in Flüssigkeit, innerhalb von 10 min trinken.
Die Diagnose Gestiationsdiabetes wird gestellt, wenn 2 oder 3 Glucosewerte folgende Grenzen überschreiten:
kapilläres Vollblut
venöses Plasma
nüchtern
90 mg/dl (5.0 mmol/l)
105 mg/dl (5.8 mmol/l)
nach 60 min
190 mg/dl (10.6 mmol/l)
190 mg/dl (10,6 mmol/l)
nach 120 min
160 mg/dl (8.9 mmol/l)
160 mg/dl (8.9 mmol/l)
Testverfahren
Teststreifenmeßgeräte, wie sie in der Patienten-Selbstkontrolle eingesetzt werden, sind sowohl für das Screening als auch für den oGTT ungeeignet, da bei einen eine Meßwertabweichung - je nach Gerätetyp - bis zu 15 % möglich ist. Bei einem Meßfehler bis 15 % entgehen eine Vielzahl der Untersuchten der Diagnoses des Gestiationsdiabetes.
Das kann Folgen haben, denn selbst milde Glucose-Toleranzstörungen können das "fetal outcome", wie in Studien nachgewiesen wurde, beeinträchtigen.
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Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278 E-Mail:Ziegoe@aol.com