Erkrankung
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Beurteilung
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| Zollinger-Ellison-Syndrom (Gastrinom; ZES) |
Das Krankheitsbild des ZES versursacht peptische Ulzera durch eine massive HCL-Produktion und Diarhoen. Betroffen sind < 1 % aller Ulcuspatienten, ca. 10 % der Patienten mit schweren Ulcusleiden.
Die Erkrankung tritt vorwiegend zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Es liegen zumeist Tumoren des Pankreas, Duodenums oder Magens vor, die autonom Gastrin bilden. Die Nüchterngastrinspiegel sind überwiegend stark erhöht bei einer H+-Ionensekretion von über 15 nmol/Std. unter Basalbedingungen.
Diagnostisch entscheidend ist der Sekretin-Provokationstest:
Intravenöse Gabe von 1 E/kg Sekretin, Blutentnahme vor (basal) 2, 5, 15 und 30 min. nach Applikation (Stimulationswerte).
Beim ZES kommt es nach Sekretin zu einem Anstieg des Serum-Gastrin ummehr als 100 % nach 2 bis 10 min. Postoperativ zeigt eine Normalisierung des Gastrinspiegels eine vollständige Entfernung der Gastrinome an.
Häufig ist das ZES mit anderen Endokrinopathien verknüpft: Hyperparatthyreoidismus, Hypophysentumor (Überfunktionszustände), Nebennierenadenom, Phäochromozytom, Ovarialtumor, autonomes Schilddrüsenadenom und Insulinom. |
| Zurückgelassener Antrumschleimhautrest in der zuführenden Schlinge bei Billroth-II-Magen (excluded antrum) |
Anastomosengeschwüre und Ulcera peptica jejuni können nach B-II-operierten Patienten auf ein "excluded antrum" hindeuten, wenn ein pathologischer Gastrinspiegel vorliegt.
Differentialdiagnostische Abgrenzung gegenüber ZES: Nach Provokation mit Sekretin ist kein Anstieg des Serum-Gastrin nachweisbar. |
| Ulcus duodeni, Benigne Magenausgangsstenose |
Der Serumgastrinspiegel kann bei diesen Erkrankungen vereinzelt (leicht) erhöhte Werte erreichen. |
| Chronisch atrophische Gastritis |
Der Serumgastrinspiegel ist mit oder ohne Vorliegen einer perniziösen Anämie deutlich bis stark erhöht. Die Magensekretionsanalyse zeigt eine Achlorhydrie (oder ausgeprägte Hypoclorhydrie). |
| Vagotomie |
Der Gastrinspiegel ist nach Vagotomie normal oder leicht erhöht (selten über das Zweifache des oberen Referenzbereichs). Bei Rezidivulzera mit Hypergastrinämie und normaler Säuresekretion differentialdiagnostische Abgrenzung durch den Sekretintest. |
| Phäochromozytom |
Adrenalin stimuliert die Gastrinsekretion |
| Niereninsuffizienz, Nephrektomie |
Der Gastrinabbau, der vorwiegend in der Niere stattfindet, ist vermindert. |
| Pylorusverschluß |
In der Literatur wird von erhöhten, aber auch normalen Gastrinspiegeln berichtet. |
| Verner-Morrison-Syndrom |
Die erhöhte VIP-Konzentration (vasoaktives intestinales Polypeptid) hemmt die HCL-Sekretion und stimuliert so die Gastrinfreisetzung. |