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  Gastroenterologie

Informationen zur Bestimmung des Gastrin


Gastrin wird vor allem in der Schleimhaut von Antrum, Duodenum und proximalem Jejunum gebildet. Nahrungsaufnahme induziert seine Freisetzung auf mehr als die zweifache Serumkonzentration.

Gastrin stimuliert die Säuresekretion der Parietalzellen des Magens, sorgt für die Ausschüttung des Pepsins und fördert die Durchblutung der Magenmukosa.

Weiter wird die Sekretion der Pankreasenzyme stimuliert und die Glukose-induzierte Insulinsekretion gesteigert. Nach Ansäuerung des Speisebreis wird die Gastrinfreisetzung durch die Anwesenheit von Salzsäure im Antrum über einen Rückkopplungsmechanismus gehemmt. Ein Säuremangel kann eine Hypergastrinämie und die G-Zellhyperplasie zur Folge haben.

Gastrin ist ein komplexes Gemisch fakultativ sulfatisierter Peptide aus vor allem 14, 17 oder 34 Aminosäuren; die biologische Aktivität liegt im jeweils gleichen N-terminalen Tetrapeptidrest.

Die wichtigste Bedeutung haben die Isohormone des Gastrin 17 (G-17) und nachrangig des Gastrin 34 (G-34). Ihr Konzentrationsverhältnis ändert sich mit der Nahrungsaufnahme sowie in verschiedenen pathologischen Situationen.

Bei den üblichen radioimmunologischen Bestimmungen wird G-17 und mit einer größenordnungsmäßig 70%igen Kreuzreaktion - für die klinische Routine vorteilhaft - auf G-34 erfaßt.

Die Gastrinbestimmung ist vor allem bedeutsam für die Diagnostik des Zollinger-Ellison-Syndroms.


Erkrankung
Beurteilung
Zollinger-Ellison-Syndrom (Gastrinom; ZES) Das Krankheitsbild des ZES versursacht peptische Ulzera durch eine massive HCL-Produktion und Diarhoen. Betroffen sind < 1 % aller Ulcuspatienten, ca. 10 % der Patienten mit schweren Ulcusleiden. Die Erkrankung tritt vorwiegend zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Es liegen zumeist Tumoren des Pankreas, Duodenums oder Magens vor, die autonom Gastrin bilden. Die Nüchterngastrinspiegel sind überwiegend stark erhöht bei einer H+-Ionensekretion von über 15 nmol/Std. unter Basalbedingungen.

Diagnostisch entscheidend ist der Sekretin-Provokationstest:

Intravenöse Gabe von 1 E/kg Sekretin, Blutentnahme vor (basal) 2, 5, 15 und 30 min. nach Applikation (Stimulationswerte).

Beim ZES kommt es nach Sekretin zu einem Anstieg des Serum-Gastrin ummehr als 100 % nach 2 bis 10 min. Postoperativ zeigt eine Normalisierung des Gastrinspiegels eine vollständige Entfernung der Gastrinome an.

Häufig ist das ZES mit anderen Endokrinopathien verknüpft: Hyperparatthyreoidismus, Hypophysentumor (Überfunktionszustände), Nebennierenadenom, Phäochromozytom, Ovarialtumor, autonomes Schilddrüsenadenom und Insulinom.
Zurückgelassener Antrumschleimhautrest in der zuführenden Schlinge bei Billroth-II-Magen (excluded antrum) Anastomosengeschwüre und Ulcera peptica jejuni können nach B-II-operierten Patienten auf ein "excluded antrum" hindeuten, wenn ein pathologischer Gastrinspiegel vorliegt.

Differentialdiagnostische Abgrenzung gegenüber ZES: Nach Provokation mit Sekretin ist kein Anstieg des Serum-Gastrin nachweisbar.
Ulcus duodeni, Benigne Magenausgangsstenose Der Serumgastrinspiegel kann bei diesen Erkrankungen vereinzelt (leicht) erhöhte Werte erreichen.
Chronisch atrophische Gastritis Der Serumgastrinspiegel ist mit oder ohne Vorliegen einer perniziösen Anämie deutlich bis stark erhöht. Die Magensekretionsanalyse zeigt eine Achlorhydrie (oder ausgeprägte Hypoclorhydrie).
Vagotomie Der Gastrinspiegel ist nach Vagotomie normal oder leicht erhöht (selten über das Zweifache des oberen Referenzbereichs). Bei Rezidivulzera mit Hypergastrinämie und normaler Säuresekretion differentialdiagnostische Abgrenzung durch den Sekretintest.
Phäochromozytom Adrenalin stimuliert die Gastrinsekretion
Niereninsuffizienz, Nephrektomie Der Gastrinabbau, der vorwiegend in der Niere stattfindet, ist vermindert.
Pylorusverschluß In der Literatur wird von erhöhten, aber auch normalen Gastrinspiegeln berichtet.
Verner-Morrison-Syndrom Die erhöhte VIP-Konzentration (vasoaktives intestinales Polypeptid) hemmt die HCL-Sekretion und stimuliert so die Gastrinfreisetzung.


Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs

Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278   E-Mail: Ziegoe@aol.com

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