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  Mikrobiologie

Echinococcus multilocularis s. alveolaris/Fuchsbandwurm
Verbreitungsgebiete

Das Vorkommen von Echinicoccus multilokularis, des Fuchsbandwurms, ist beschränkt auf die nördliche Hemisphäre. Es gibt regionale Häufungen: In Mitteleuropa sind dies besonders Oberbayern, Südwürttemberg (Schwäbische Alb), Baden (Schwarzwald), ferner Tirol, Kärnten und Steiermark, Schweiz und Norditalien. Auch aus der Türkei und dem Balkan werden immer wieder Erkrankungen bekannt.

Die Verbreitung ist eng geknüpft an die Infektion seines Wirts, der Fuchses, wo er im Dünndarm lebt. Gelegentlich findet sich das geschlechtsreife Tier in Hunden oder Katzen. nach ca. 6 Wochen beginnt die Auscheidung der Eier mit dem Kot. Die Eier sind nach Abtrocknung weiter infektiös und können auch mit Staub aufgewirbelt und weiter transportiert werden.


Entwicklungszyklus im Zwischenwirt

Der Mensch fungiert im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms als eher zufälliger Zwischenwirt. Wichtigster Zwischenwirt sind Mäuse, die auch seine Verbreitung in der Nahrungskette bedingen.

Die vom Zwischenwirt aufgenommenen Eier des Fuchsbandwurms entwickeln sich im Zwischenwirt zunächst zu Embryonen, welche in die Leber wandern und sich als Hydatidenzyste oder Finnen einkapseln. Lyphogene-haematogene Verbreitung einzelner (!) Zellen der Hydatiden-Zyste können jeweils neue Tochter-Finnen im Gewebe entstehen lassen. Die Finnen sind klein- und mehrblasig und enthalten jeweis mehrere Scolices (Köpfe) des Echinococcus, die sich nach Aufnahme durch den Wirt jeweils zu neuen Echinococcen entwickeln.


Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch den Nachweis von Antikörpern gegen Echinococcen-Antigen (HA, IFT, EIA, RAST).


Therapie

Sofern von der Lokalisation her möglich, sollten Echinococcus multilocularis-Zysten chirurgisch behandelt werden. Die Therapie ist zu ergänzen durch eine Mebendazol-Langzeitbehandlung von mindestens 2 Jahren (Kontrolle der Mebendazol-Plasmaspiegel erforderlich!). Bei Inoperabilität ist eine lebenslange Einnahme von Mebendazol zu empfehlen. Kontrollen des Therapieerfolgs beinhalten außer bildgebenden Verfahren die Bestimmung der Leberwerte und der Antikörper gegen Echinococcus.

Beim Einreißen einer Zyste während der chirurgischen Behandlung ist mit schweren allergischen Reaktionen durch den Hydatiden-Zysteninhalt zu rechnen.

Die beste Therapie ist die Vorbeugung!


Präventionsmaßnahmen

Waldfrüchte (Beeren, Pilze etc.), Gemüse, Salat und Fallobst vor dem Verzehr gründlich waschen und - wenn möglich - kochen. Tieffrieren bei -20º C tötet die Eier des Echinococcus nicht ab.

Bei der Jagd erlegte oder tot aufgefundene Füchse nur mit Plastik-/Latexhandschuhen anfassen und Tiere für den Transport in Plastiksäcke einpacken.

Hunde, die in Fuchsbauten eingesetzt werden, anschließend duschen.

Nach Kontakt mit (toten) Füchsen und Hunden, die in Fuchsbauten eingesetzt wurden, die Hände gründlich waschen.

Personen, die Kontakt mit (infizierten) Füchsen hatten, z. B. auf der Jagd, der Fallwild- oder Kadaververwertung, sollten vorsorglich serologische Blutuntersuchungen durchführen (keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassse), um eine eventuelle Infektion möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.


Echinococcus granulosus s. cysticus/Hundebandwurm

Verbreitung:
Häufiger in Norddeutschland und auf dem Balkan. Hauptwirte sind Hund, Wolf und andere Caniden, Zwischenwirt ist vor allem das Schaf.

Der Entwicklungszyklus des Echinococcus granulosus entspricht dem des Echinococcus multilocularis. Unterschiedlich ist, daß sich die Absiedelung im Körper des Zwischenwirts zunächst auf die primäre Hydatidenzyste beschränkt. Eine Sekundäraussaat erfolgt erst aus rupturierten Zysten.

Die Primärzyste kann enorme Ausmaße erreichen. Sie findet sich in:

Leber 66 %
Gallenblase 7 %
Lungen 10 %
Gehirn 7 %
Abdomen 8 %
Knochen 2 %

Die serologische Diagnostik differenziert nicht zwischen Echinococcus multilocularis und Echinococcus granulosus: HA, IFT, EIA,RAST.


Therapie

Mebendazol, mittlere Behandlungsdauer 4 - 6 Wochen, ggf. Wiederholung des Behandlungszyklus. Kontrolle der Mebendazol-Blutspiegel erforderlich!


Präventionsmaßnahmen

Waldfrüchte (Beeren, Pilze etc.), Gemüse, Salat und Fallobst vor dem Verzehr gründlich waschen und - wenn möglich - kochen. Tieffrieren bei -20º C tötet die Eier des Echinococcus nicht ab.

Nach Kontakt mit (toten) Hunden die Hände gründlich waschen.

Personen, die Kontakt mit (infizierten) Hunden hatten, z. B. auf der Jagd, der Fallwild- oder Kadaververwertung, sollten vorsorglich serologische Blutuntersuchungen durchführen (keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassse), um eine eventuelle Infektion möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.


Für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Information kann keine Gewähr übernommen werden. Sie basiert auf dem Wissensstand zum Zeitpunkt der letzten Überarbeitung.


Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs

Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278   E-Mail: Ziegoe@aol.com

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