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Malariaprophylaxe: Expositionsprophylaxe


Die Übertragung der Malaria-Erkrankungen erfolgt durch den Stich von Insekten. Die Anopheles-Mücken tragen den Krankheitserreger, sogenannte Plasmodien, in sich.

Die Anopheles-Mücke ist in praktisch allen tropischen und subtropischen Regionen der Welt verbreitet. Sie sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv.

Grundsätzlich sollte man sich vor Insektenstichen schützen (Expositionsprophylaxe). Nicht nur Malaria, sondern auch eine Reihe anderer Krankheiten werden von Insekten übertragen:

Bartonellose klassisches Fleckfieber (Rickettsien)
Borreliose (Zecken) Phlebotomus-Fieber
Chagas Krankheit Schlafkrankheit
Dengue St. Louis-Enzephalitis
FSME (Zecken) Tsutsugamushi-Fieber (Rickettsien)
Gelbfieber Typhus (auch durch Insekten übertragen!)
Japan-Enzephalitis Zeckenbissfieber
Diese Krankheiten werden zum Teil durch fliegende Insekten übertragen. Andere durch Läuse, Milben oder Wanzen z. B. in Betten oder Kleidung. Auch Zecken übertragen verschiedene Krankheiten.


Zum Schutz vor fliegenden Insekten gilt:

Die konsequente Anwendung der Maßnahmen zur Vermeidung von Insektenstichen kann das Erkrankungsrisiko, besonders an Malaria, erheblich verringern.

Zum Schutz vor Stichen der Anopheles Mücke, durch die Malaria übertragen wird, sollten Sie in der Dämmerungszeit und nachts hautbedeckende, lange Kleidung tragen. Helle Kleidung bietet einen besseren Schutz als dunkle.

Achtung: Andere Insekten, durch die auch Krankheiten wie Dengue etc. übertragen werden, sind auch tagsüber aktiv!

Nach Möglichkeit sollten Sie sich nachts in mückensicheren Räumen aufhalten (Schutz durch Klimaanlage, Fliegengitter) und die Fenster schließen. Wenn die Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten keine Klimaanlage haben, sollte man ein Moskitonetz mitnehmen. Um einen Schutz zu gewährleisten, sollten Moskitonetze sorgfältig unter die Matzratze geschoben werden und frei von Löchern sein. Zusätzlich können die Moskitonetze imprägniert werden.

Bezugsquelle für Moskitonetze und Expeditionsartikel ist die Firma Daerr: www.daerr.de

Unbedeckte Hautstellen sollten mit moskitoabweisenden Mitteln, sog. Repellents, eingerieben werden. Repellantien sind Einreibemittel gegen Insekten wie z. B. das bekannte Autan®.

Diese Mittel sollten den Duftstoff N,N-Diethy-m-Toluamid (DEET) oder Dimethylphthalat enthalten. Diese Substanzen sind zwar in letzter Zeit in die Diskussion geraten, sie bieten jedoch den besten Schutz! Eine Möglichkeit ist auch das Tragen von imprägnierten Stoffarmbändern.

Einen gewissen Schutz bieten auch Einreibemittel mit ätherischen Ölen, jedoch ist die Wirkdauer sehr viel kürzer, so daß man sich sehr viel häufiger einreiben muß (ca. nach 10 bis 20 Minuten). Die Verwendung von Insektiziden in Sprays, Verdampfern, Räucherspiralen ("mosquito coils") u. ähnlichem kann einen zusätzlichen Schutz bieten.

Der nächste Schritt ist die medikamentöse Prophylaxe, die eine Woche vor der Einreise begonnen wird, während des Aufenhaltes und (SEHR wichtig) bis einschließlich vier Wochen nach Beendigung der Reise weiter durchgeführt werden muß. Die Empfehlungen richten sich nach der Verbreitung, Häufigkeit und Resistenzlage der Plasmodien (Malariaerreger).

Die Malaria ist und war eine der schwersten Krankheiten. Experten haben ausgerechnet, dass in der Geschichte der Menschheit mehr Menschen an Malaria starben, als an jeder anderen Krankheit.

Erschreckend sind die auch aktuellen Zahlen. Allein in Deutschland sterben etwa 10 bis 15 Menschen jedes Jahr, und weltweit sind es zwischen 1,5 und 2,7 Millionen Menschen.

Die Erkrankungszahlen in Deutschland steigen seit Jahren an. Im letzten Jahr (1996) wurden erstmals über 1 000 Malariafälle in Deutschland registriert. Lieder sind die Zahlen für dieses Jahr weiter ansteigend. In den ersten 14 Wochen wurden 387 Malariafälle gemeldet. Auch der Anteil mit tödlichem Verlauf hat sich fast verdoppelt (4 %).

Die meisten Infektionen stammten aus Zentralafrika, insbesondere Kenia! Westafrikanische Länder haben sich leider einen unrühmlichen Platz "erkämpft". Aus Ghana und Gambia werden in letzter Zeit viele schwere Malariafälle nach Deutschland importiert.

Südostasien spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, aber auch aus anderen Ländern wird Malaria importiert.

Gruchsätzlich gilt: Schwangere und Kleinkinder sollten unbedingt Reisen in Malariaendemiegebiete vermeiden, sie gehören NICHT IN DIE TROPEN!

Ohne eine konsequente Behandlung kann eine Malaria immer wieder auftreten. Dadurch und wegen des in Schüben auftretenden Fiebers erklärt sich auch der deutsche Name "Rückfallfieber".

Insbesondere bei der schwersten Form der Malaria, der Malaria tropica, können lebensbedrohliche Organschäden auftreten. Daher sollte bei Reisen in Malaria-Endemiegebiete die Vorbeugung streng beachtet werden.

Es stehen wirksame Prophylaxemaßnahmen zur Verfügung. Am wichtigsten sind die Vermeidung von Mückenstichen, die sog. Expositionsprophylaxe und die Abtötung von bereits eingedrungenen Plasmodien, die Chemoprophylaxe.

Eine Impfung ist derzeit noch nicht verfügbar.

Durch die richtige Malariaprophylaxe lässt sich eine Malaria mit großer Wahrscheinlichkeit verhindern.

Die Entscheidung über die Art der Malariaprophylaxe muss anhand des konkreten Reisezieles sowie der Reisezeit, der Reisedauer und des Reisestils vom Arzt individuell getroffen werden. Dabei sind auch die persönlichen Umstände des Reisenden (wie Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten, Medikamenteneinnahme) zu berücksichtigen.

Malariasymptome sind Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und anderes mehr. Die Inkubationszeit beträgt zwischen sieben Tagen und mehreren Monaten.

Durch die Krankheitserscheinungen kann die Diagnose "Malaria" weder sichergestellt noch ausgeschlossen werden. Dies ist nur durch den Nachweis von Parasiten im Blut möglich.

Seit einigen Wochen gibt es die Möglichkeit, mit einem einfach anzuwendenden Schnelltest die Diagnostik einer Malaria schneller und einfacher zu ermöglichen. Dieser Test: MalaQuick® ist für Reisende gedacht, bei denen unklare Krankheitssymptome auftreten und die eine schnelle Untersuchung durchführen müssen. Einen Arztbesuch und eine gründliche Untersuchung kann und will dieser Test nicht ersetzten.

Die Mitführung des Schnelltests (Doppelpack für ca. 70 DM über Apotheken) kann für Reisende und insbesondere bei längerem Aufenthalt in Malariaendemiegebieten eine wertvolle Entscheidungshilfe beim Auftreten von Fieber sein.

Die Entscheidung ob eine Stand-by-Medikation zu beginnen ist, kann erleichtert werden. Der Test ist mit einer Empfindlichkeit und Zuverlässigkeit von über 90 % ausreichend sicher.

Ein Nachteil des Schnelltests ist leider, daß er nur die Erreger der Malaria tropica nachweisen kann - andere Formen werden nicht nachgewiesen. Ein weiterer grosser Nachteil ist, dass das Reagenz gekühlt aufgehoben werden muß. Dies ist auf Reisen zumindest schwierig (Kühlschrank mitnehmen??). Der Test ist leider auch nicht sehr einfach durchzuführen, auch wenn die vertreibende Firma das behauptet. Ich kenne Tropenmediziner, die erst beim dritten Versuch alles korrekt durchgeführt haben - die ersten Tests waren wertlos.

Bei einem ersten negativem Test, sollte dieser wiederholt werden. Sie müssen sich unbedingt baldmöglichst an einen Arzt wenden. Entscheidend für die Diagnose bleibt immer der Blutausstrich.

Eine Impfung als Schutz gegen die Malaria gibt es nicht. Die Bestrebungen der letzten Jahre hatten leider keine grossen Erfolge. Einen Impfstoff wird es auch in absehbarer Zukunft nicht geben.

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Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs

Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278   E-Mail: Ziegoe@aol.com

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