Gluten-induzierte Enteropathie
Diagnostik durch Gluten-spezifisches IgA im Serum
Die Diagnose der Zoeliakie (gluten-induzierte Enteropathie) basiert auf dem Nachweis einer Zotten-Atrophie im Jejunum durch Biopsie.
Nach den Kriterien der European Society für Pediatric Gastroenterology and Nutrition (ESPGAN) sind zur Absicherung der Diagnose mehrfache Biopsien erforderlich, die von und nach einer Periode glutenfreier Diät sowie nach einem Provokations-Versuch gewonnen werden sollen. Die ganze Prozedur mit mehrfacher Biopsie und radikalen Veränderungen der Diät ist für Patient (in der Regel im Kindesalter) und seine Umgebung gleichermaßen strapaziös.
Aus diesem Grund wurde die Forderung nach einer einfachen und nichtinvasiven alternativen Diagnostik erhoben. In jüngster Zeit hat sich hierfür der Nachweis von gluten-spezifischen IgA-Antikörpern im Serum als geeignet erwiesen, ihre Anwesenheit korreliert hochsignifikant mit einer Zottenatrophie beim Kind.
Gluten-spez. IgA <25 U/ml Serum kann als negativ angesehen werden. Bei Werten zwischen 25 und 50 U/ml, die gelegentlich bei Säuglingen und Kleinkindern nach Einführung glutenhaltiger Kost u. U. auch passager gefunden werden, sollte im Fall, daß klinisch kein Hinweis auf eine manifeste Zoeliakie vorliegt, dennoch nach einigen Monaten der Nachweis wiederholt werden, ohne daß zuvor die Kost geändert wird.
Sollten nach wie vor gluten-spez. IgA-Antikörper nachweisbar sein, empfiehlt sich die Jejunum Biopsie zur Absicherung.
Werte für gluten-spez. IgA >50 U (bis mehrere 100 U!) sind zu Beginn der manifesten Erkrankung bei der Mehrzahl der Zoeliakie-Kinder nachzuweisen - vorausgesetzt, sie erhalten glutenhaltige Nahrung. Unter Gluten-Karenz gehen die erhöhten gluten-spez. IgA-Antikörper innerhalb weniger Monate zurück auf normale Werte.
Wir führen den Nachweis von gluten-spez. IgA-Antikörpern seit kurzem durch. Probenmaterial: 1 ml Serum.
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Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
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