Diabetes mellitus Typ I (ß-Zellzerstörung, die zum absoluten Insulinmangel führt)
Immunologisch bedingt
Idiopathisch (in Europa selten)
Diabetes mellitus Typ II (reicht vom Vorwiegen der Insulinresistenz mit relativem Insulinmangel bis zum Vorwiegen des Sekretionsdefizits mit Insulinresistenz).
Andere Diabetestypen mit bekannten Ursachen
Genetische Defekte der ß-Zellfunktion
Chromosom 12, HNF-1a (MODY3)
Chromosom 7, Glukokinase (MODY2)
Chromosom 20, HNF-4a (MODY1)
Mitochondriale DNA (MIDD, Maternally Inherited Deabetes and Deafness)
Ein Diabetes mellitus ist dann zu diagnostizieren, wenn vorliegen:
Symptome des Diabetes: Polyurie, Polydipsie oder sonst nicht erklärbarer Gewichtsverlust
und
Plasma-Glucose > 200 mg/dl //11.1 mmol/l (idem im kapillären Vollblut) zu einem beliebigen Zeitpunkt des Tages (ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der letzten Nahrungsaufnahme).
oder
Nüchtern-Plasmaglucose > 125 mg/dl // 7.0 mmol/l bzw.
Nüchtern-Glucose im kapillären Vollblut > 110 mg/dl // 6.1 mmol/l. (Nüchtern bedeutet: Keine Kalorienzufuhr für wenigsten 8 Stunden).
oder
2-h-Plasmaglucose > 200 mg/dl //11.1. mmol/l (idem im kapillären Vollblut) während eines OGTT. Testdurchführung nach WHO-Richtlinien (s.u.)
Ohne die eindeutigen Zeichen der Hyperglykaemie mit metabolischer Dekompensation müssen die Ergebnisse der Glucosebestimmung durch Wiederholungsmessung zu einem späteren Zeitpunkt bestätigt werden.
Die der Diagnose zugrundeliegende Glucosemessung muß mit einer qualitätskontrollierten Labormethode erfolgen. Geräte, die zur Selbstmessung durch den Patienten konzipiert sind, eignen sich hierfür nicht!
III. Durchführung des oralen Glucosetoleranztestes (nach WHO-Richtlinien)
Durchführung am Morgen nach 10 - 16-stündiger Nahrungskarenz nach einer mindestens 3-tägigen Ernährung mit mehr als 150 g Kohlenhydraten/Tag. Patient in sitzender oder liegender Position. Rauchen vor und während des Testes nicht erlaubt.
Urinabgabe vor der Testdurchführung, Bestimmung der Uringlucose (Stix). Testabbruch bei > 3 g Glucose/l Urin.
Zum Zeitpunkt 0 trinkt der Patient 75 g Glucose (oder äquivalente Menge hydrolysierter Stärke) in 250 - 300 ml Wasser innerhalb von 5 min. Kinder erhalten 1,75 g/kg Körpergewicht (bis max. 75 g).
Blutentnahmen zur Glucosebestimmung zu den Zeitpunkten 0, 60 und 120 min. Sachgerechte Aufbewahrung der Blutproben bis zur Messung!
Es ist viel zu wenig bekannt, aber von großer praktischer Bedeutung, daß längeres Fasten oder eine kohlenhydratarme Ernährung auch bei Gesunden zu einer pathologischen Glucosetoleranz führen kann.
Es ist unnötig, bei Patienten, die Medikamente erhalten, die bekanntermaßen die Glucosetoleranz verschlechtern einen OGTT durchzuführen. Es ist gleichermaßen unnötig, bei Patienten mit einer Glucose-Ausscheidung von > 3 g/l (vor Testbeginn) eine OGTT durchzuführen.
Diabetes-Screening bei Gesunden
Tests sollen in Betracht gezogen werden bei allen Personen, die 45 Jahre oder älter sind. Bei Normalbefunden sollte Wiederholung nach 3 Jahren erfolgen.
Tests sollen in Betracht gezogen werden bei jüngeren Personen oder in kürzeren Intervallen durchgeführt werden, wenn
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie für Anfragen bevorzugt die Möglichkeiten eines E-Mail. Ernstgemeinte E-Mail-Anfragen werden baldmöglichst beantwortet. Das kann u.U. aber etwas dauern, ich bin ja schließlich auch mal unterwegs
Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
Tel.: 0172 6361278 E-Mail:Ziegoe@aol.com