Zur Labordiagnose einer autoimmunen Hepatitis (AIH) sind Autoantikörper-Untersuchungen unverzichtbar. Bestätigt wird die Diagnose durch das Ansprechen auf eine immunsuppressive Behandlung.
Definitionsgemäß sind bei autoimmunen Hepatitiden Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virus-Marker negativ. Beachtet werden muß allerdings, daß neben Autoantikörper-negativen Fällen von Autoimmunhepatitiden auch virale Hepatitiden mit Autoantikörpern als unspezifischem Begleitphänomen (?) vorkommen können. Antinucleäre Antikörper (ANA) und Antikrörper gegen glatte Muskulatur (SMA) sind bei ca. 10 - 15 % der Patienten mit chronischer HCV und bei 5 - 10 % der Patienten mit chronischer HBV-Infektion zu beobachten.
Hauptkriterien in der Diagnostik der Autoimmunhepatitis sind:
Hypergammaglobulinaemie mit fast ausschließlicher IgG-Erhöhung (IgA und IgM normal)
» Autoantikörper
» ANA (antinucleäre Antikörper)
» SMA (AK gegen glatte Muksulatur)
» SLA (AK g. lösliches Leberantigen)
» LKM-1 (AK gegen mikrosomales Antigen in Leber und Niere)
» AMA (AK g. Mitochondrien)
» Anit-LP (AK gegen Leber- und Pancreas-Antigen)
» Asialoglycoprotein-Rezeptor-AK
HLA-A1, -B8, -DR3, -DR4
Histologie
Chronische Hepatitis
Negative Hepatitis-B- und -C-Serologie
negative Alkoholanamnese
Nebenkriterien:
weibliches Geschlecht
Alter 16 - 40 Jahre
häufig assoziierte Autoimmunerkrankungen wie Vaskulitis, Thyreoiditis, Siccasyndrom
Arthralgien, Leberhautzeichen, Ikterus
Am häufigsten finden sich ANA (50 %) und/oder SMA (60 %).
Treten beide Antikörper gleichzeitig und in hohen Titern auf, spricht dies für eine autoimmune Hepatitis. Bei Antikörper-negativen Fällen spricht ein Fehlen von Asialoglycoprotein-Rezeptor-AK gegen eine AIH. Von hoher diagnostischer Berdeutung sind die SLA-AK, die fast ausschließlich bei Patienten mit AIH (Häufigkeit dort: 25 - 30 %) auftreten und häufig die einzig nachweisbaren Autoantikörper sind.
Bei jungen Patienten kommt besondere Aufmerksamkeit den LKM-AK zu. Bekannt sind Fälle vorwiegend jugendlicher Patienten mit schwer verlaufender, LKM-positiver Hepatitis. Andererseits zeigen HCV-AK-positive Patienten mit Autoantikörpern gegen LKM fast immer einer mild verlaufende chronische Hepatitis.
Prognostisch entscheidend für die AIH ist eine schnelle Diagnostik zur frühzeitigen Einleitung einer immunsuppressiven Therapie.
Untersuchungsmaterial: 10 ml Vollblut
Anforderung: Abklärung Autoimmun-Hepatitis
Vermerk: Hepatitis-Serologie negativ bzw. Befund mitteilen!
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Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
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