Das Protein-C-System ist ein bedeutender Mechanismus in der Hemmung und Begrenzung der Blutgerinnung und zur Zeit Gegenstand intensiver Forschungsarbeiten.
Im Mittelpunkt der Forschung steht dabei die Sensitivität gegenüber aktiviertem Protein C (APC). Eine Verminderung der Sensitivität gegenüber APC bedeutet, daß dieses Protein seine Funktion nicht in dem gewünschen Umfange ausübt und den aktivierten Faktor V (= Faktor V a) nicht hinreichend zerstört.
Die Folge ist eine Verlängerung und Fortsetzung der Blutgerinnung über das normale Maß hinaus und damit eine erhöhte Neigung zu Thrombosen und Embolien. Die Häufigkeit liegt bei 3 - 5 % der Bevölkerung.
Bislang konnte bei familiär gehäuftem Auftreten von Thrombosen in ca. 5 - 10 % eine genetischer Defekt von Protein C, Protein S oder Antithrombin III als Ursache identifiziert werden.
Die häufigste Ursache (50 % der Fälle mit familiärer Thrombose-Neigung) ist der o. g. genetische Faktor-V-Defekt, bei dem eine Inaktivierung von Faktor V a durch aktiviertes Protein C nur teilweise bzw. gar nicht erfolgen kann.
Es liegt hier also kein Defekt im aktivierten Protein C vor, sondern Faktor V a ist in der veränderten Form für APC unangreifbar geworden, die Sensitivität gegenüber APC ist vermindert.
Somit ist es ratsam, bei familiär bedingter Thrombose-Neigung, insbesondere präoperativ und v o r Einnahme von Ovulationshemmern, aber auch nach bereits durchgemachter Thrombose neben der Bestimmung von Antithrombin III, Protein C und Protein S auch die APC-Sensitivität zu bestimmen.
Die modernen Tests für die Bestimmung der APC-Sensitivität können auch unter gerinnungshemmender Behandlung (z. B. mit Heparin oder Cumarinen) eingesetzt werden. Allerdings benötigen wir hierfür die Information über die Behandlung.
Bei nachgewiesener Verminderung der APC-Sensitivität (diese Verminderung wird häufig auch bezeichnet als APC-Resistenz) sollte eine genetische Abklärung erfolgen, ob der Störung ein Defekt im Gen für die Bildung des Gerinnungsfaktors V ("Faktor-V Leiden") zugrunde liegt.
Untersuchungsmaterial:
Für APC-Sensitivität: 5 ml Citratblut oder 2,5 ml Citratplasma
Für Faktor-V Leiden: 2 ml EDTA-Blut
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Dr. B. Ziegler - Facharzt für Laboratoriumsmedizin - Transfusionsmedizin - Umweltmedizin
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