Skandal - Osteoporosepatienten sind dramatisch unterversorgt
München/Haar (ots) - Das jetzt veröffentlichte Endergebnis des nationalen
Frakturregisters bestätigt: Millionen Knochenschwund-Betroffene
erhalten keine wirksame Therapie und leiden unter schmerzhaften,
teils lebensgefährlichen Knochenbrüchen.
Alarmierende Zustände: In Deutschland sind schätzungsweise über
fünf Millionen Menschen von Osteoporose betroffen, aber nur die
wenigsten werden effektiv therapiert. Eine wirksame Therapie bleibt
oft auch dann aus, wenn es zur Fraktur gekommen ist. Dies belegen die
Zahlen des Frakturregisters. Demnach wird die Krankheit selbst bei
Patienten mit hüftgelenksnaher Fraktur meist erst sehr spät oder gar
nicht erkannt.
Bei circa 60 Prozent der Frakturpatienten, die in eine
Rehabilitationsklinik eingeliefert wurden, wurde ein Verdacht auf
Osteoporose geäußert. Trotzdem wurde in fast 97 Prozent der Fälle
keine Knochendichtemessung durchgeführt, die dem Arzt eine sichere
Diagnose ermöglicht hätte. Dabei ist Früherkennung wichtig, damit
Patienten rechtzeitig behandelt werden. Nur so lassen sich schwere
Folgeschäden für die Patienten verhindern. Gerade in dieser Hinsicht
sind die Zahlen des Frakturregisters jedoch erschreckend: Lediglich
ca. 20 Prozent der Patienten aus Rehabilitationskliniken und nur ca.
sechs Prozent der Patienten aus Akutkliniken erhielten nach ihrer
Entlassung eine effektive Therapie mit Bisphosphonaten. Und das,
obwohl Deutschland über ausreichend hochwirksame Medikamente verfügt.
Eine Therapie mit Bisphosphonaten kann das Risiko von Knochenbrüchen
verringern und die Erkrankung aufhalten.
Die Daten machen klar: In Deutschland sind
Knochenschwund-Patienten dramatisch unterversorgt. Auch aus
volkswirtschaftlicher Sicht ist dieser Zustand skandalös. Für die
Pflege der Betroffenen, die unter den Folgeschäden einer
unbehandelten Osteoporose leiden, muss das Gesundheitssystem zur Zeit
jährlich zwischen vier und fünf Milliarden Euro aufwenden - unnötige
Kosten, die durch eine gezielte medikamentöse Therapie eingespart
werden könnten. Die Krankheit wird jedoch kaum erkannt, und viel zu
selten erfolgt eine effektive Therapie. Deshalb ist es wichtig,
ausführliche Aufklärung zu leisten und die Menschen zu motivieren,
ein beratendes Gespräch mit ihrem Arzt zu suchen.
Knochen-Woche: Checken Sie Ihr Osteoporose-Risiko!
Vom 17. bis zum 23. Mai findet die bundesweite "Knochen-Woche"
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0800/066 12 79.
Mehr Informationen unter:
www.initiativegegenknochenschwund.de
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