Arthrose - na und?
Trotz schmerzender Gelenke ist Georg Hackl (36), genannt
"Turbo-Schorsch", der erfolgreichste Rennrodler aller Zeiten
München (ots) - Der Publikums-Liebling gibt seinen Leidensgenossinnen/genossen 10
Tipps, wie man damit leben und sogar noch Höchstleistungen
vollbringen kann - Arthrose zählt weltweit zu den häufigsten
chronischen Erkrankungen
Volkskrankheit "Arthrose". Rund neun Millionen Deutsche leiden
inzwischen daran, Männer wie Frauen! Und die Patienten werden immer
jünger. Die Hälfte aller 30-jährigen weist bereits Zeichen einer
Arthrose auf, berichtet Prof. Dr. Klaus Völker vom Institut für
Sportmedizin des Universitätsklinikums Münster in der Fachzeitschrift
"Medical Tribune". Auch Georg Hackl (36), der erfolgreichste
Rennrodler aller Zeiten (dreifacher Olympiasieger, achtfacher
WM-Gold-Gewinner), ist davon betroffen. Trotzdem jagt der
Berchtesgadener im Eiskanal weiter von Sieg zu Sieg - und träumt
schon jetzt vom Olympia-Gold 2006 in Turin. Lesen Sie die 10 Tipps,
die "Turbo-Schorsch" seinen Leidensgenossinnen/genossen gibt. Wie man
mit Arthrose leben und sogar noch Höchstleistungen vollbringen kann.
In Bewegung bleiben, Sport treiben. Das fördert die Durchblutung
und der Knorpel wird besser mit Nährstoffen versorgt. Die Muskulatur
wird gestärkt, die Gelenke werden besser gestützt und nicht so stark
belastet. Besonders geeignet: schnelles Gehen, Radfahren und
Schwimmen.
Arthrose-Gymnastik. Spezielle Übungen für zu Hause und unterwegs.
Erhalten Sie z.B. vom Arzt, vom Krankengymnasten und von
Selbsthilfegruppen. Wichtig: Regelmäßig trainieren - und bloß nicht
aufgeben. Immer daran denken: der Erfolg kann sich nicht von heute
auf morgen einstellen.
Schmerz lindern. Durch Wärme z.B. (Bäder, Rotlichtgerät,
Fangopackungen) - aber auch durch Kälte. Wärme fördert die
Durchblutung und löst Verspannungen. Kalte Umschläge betäuben den
Schmerz in entzündeten Gelenken, Schwellungen gehen zurück. Wenn die
Beschwerden zu stark sind, zu modernen Medikamenten ohne
Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich greifen. Ich z.B. vertraue auf
den Wirkstoff Rofecoxib - und bin damit 24 Stunden schmerzfrei, kann
dadurch immer noch meinen Hochleistungssport ausüben.
Baden gehen. Gymnastik im warmen Wasser löst Verspannungen. Durch
den Auftrieb werden die Gelenke kaum belastet. Durch den
Wasserwiderstand werden die Muskeln stärker trainiert.
Aufs Gewicht achten. Denn jedes Pfund zuviel belastet die Gelenke
unnötig. Deshalb: Übergewicht abbauen! Schon fünf Kilo weniger können
die Beschwerden um die Hälfte reduzieren, schreiben Spezialisten in
der Fachzeitschrift "Der Orthopäde".
Ausgewogen essen. Um gut wachsen zu können, benötigt das
Knorpelgewebe Vitamine und Mineralstoffe. Obst, Gemüse,
Vollkornprodukte und Fisch liefern die nötigen Nährstoffe. Auf Ihrem
Speisezettel sollten daher stets Lebensmittel aus all diesen
Nahrungsmittelgruppen stehen.
Einseitige Belastungen vermeiden. Schweres Gepäck oder Einkäufe
auf mehrere Taschen verteilen und diese auf beiden Körperseiten
tragen. Noch besser sind Rucksack oder Trolley. Wer lange am
Schreibtisch sitzt, verkrampft leicht. Öfter mal aufstehen und
Lockerungsübungen machen. Beine im Sitzen ausstrecken, damit die
Kniegelenke entlastet werden. Wenn Sie viel stehen müssen: Jede
Stunde mindesten fünf Minuten hinsetzen.
Bequeme Schuhe tragen. Gummi- oder Kreppsohlen dämpfen die
Belastung beim Auftreten. Normale Schuhe mit speziellen
"Pufferabsätzen" vom Schuhmacher nachrüsten lassen oder Gel-Einlagen
verwenden.
Haus- und Gartenarbeit erleichtern. Tiefe Kniebeugen, Arbeiten in
der Hocke oder langes Hinknien beim Putzen oder bei der Gartenarbeit
sind Gift für die Kniegelenke. Besen, Harken oder Schrubber mit
langem Stiel sorgen für eine aufrechte Haltung.
Aufs Rauchen verzichten. Zigaretten z.B. vermindern die
Durchblutung. Die Knorpel werden schlechter mit Sauerstoff und
Nährstoffen versorgt.
|