Tönisvorst (ots) - Gestern hat George Bush dem Irak den Krieg
erklärt. Noch am gleichen Tag berichtete das irakische Fernsehen über
erste Kriegsopfer. Opfer, die die Welt registriert, glücklicherweise
noch wenige. Wie wären die Reaktionen, wenn zwei Millionen Menschen
umgekommen wären. Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit
dagegen sterben zwei Millionen Menschen jährlich an Tuberkulose.
"Durch den Irak-Krieg wird ein Thema in den Hintergrund gedrängt,
das von globalem Interesse ist. Die Tuberkulose kostet nicht nur
Millionen Menschenleben, sondern trägt dazu bei, dass sich die
Entwicklungsländer nicht aus der Armutsfalle befreien können", sagte
Bernd Pastors, Geschäftsführer des Deutschen Medikamenten-Hilfswerks
action medeor. Die Tuberkulose zählt zu den drei gefährlichsten
Infektionskrankheiten der Welt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
schätzt, dass im vergangenen Jahr 8,5 Millionen Menschen neu erkrankt
sind - Tendenz steigend.
Die WHO hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2010 die Tuberkulose-
Sterblichkeit zu halbieren, denn Tuberkulose ist heilbar. Thema des
Welt-Tuberkulosetages am 24.3.2003: DOTS cured me - it will cure you
too! "DOTS (directly observed treatment, short-course chemotherapy)
bedeutet Medikamenteneinnahme unter strenger Kontrolle", erklärt
Pastors. Das Beschaffen und Bezahlen der Medikamente ist nur ein
Problem, mindestens genauso schwierig ist es, die Patienten zur
Mitarbeit bei der Behandlung zu bewegen. Denn sie müssen nach den
internationalen Richtlinien eine abgestufte Medikamentenkombination
über mehrere Monate einnehmen. Wird die Therapie unterbrochen,
entstehen Krankheitserreger, gegen die es keine sicher wirksame
Behandlung gibt.
action medeor unterstützt in vielen Ländern aktiv den Kampf gegen
Tuberkulose. "Im letzten Jahr haben wir 354 Gesundheitsstationen mit
Tuberkulostatika versorgt", sagte Pastors. "Beispielsweise liefern
wir Medikamente in den Kongo, Südsudan, nach Indien und auf die
Philippinen." Betroffen sind Menschen in ärmeren Ländern, vor allem
abwehrgeschwächte Menschen. Durch die hohe Zahl der HIV-Infizierten
droht in Afrika eine Erkrankungswelle in bisher nicht gekanntem
Ausmaß.
Für diese Hilfe ist action medeor auf Spenden angewiesen: