Magdeburg (ots) - Der Sozialverband Deutschland (SoVD) feiert
heute in Magdeburg das einjährige Jubiläum des Modellprojektes
Patientenberatung. "Bisher konnten wir im gesamten Projekt rund 1.800
Patienten beraten", erklärte Vizepräsidentin Marianne Otte vom
SoVD-Bundesvorstand auf der Jubiläumsfeier vor Vertretern der
Selbsthilfegruppen, Krankenkassen und des Sozial- und
Gesundheitsministeriums. Besonders geschätzt wird von den
Ratsuchenden der unabhängige Status der Servicestellen und das
persönliche Gespräch in angenehmer Atmosphäre. Die Auskünfte sind für
alle Bürger kostenfrei und auf Wunsch anonym, so die
SoVD-Vizepräsidentin.
Das Modellprojekt des SoVD läuft an den Standorten Berlin,
Hannover und Magdeburg. Das Besondere dabei: "Mit dem Büro in
Sachsen-Anhalt betreiben wir derzeit die einzige unabhängige
Patientenstelle in den neuen Bundesländern", erläuterte Marianne
Otte. Insgesamt kümmern sich sieben fest angestellte Mitarbeiter um
die Anfragen. Seit September sind die Servicestellen auch im Internet
unter www.patientenstelle.info präsent.
Allein in Sachsen-Anhalt war der Rat der Magdeburger Servicestelle
gut 700 mal gefragt. Die meisten Anfragen kommen von Menschen mit
chronischen Erkrankungen zu den Bereichen Schwerbehinderung oder
Kranken- und Pflegeversicherung. Behandlungsfehler spielen hier - im
Gegensatz zu den Altbundesländern - kaum eine Rolle. Ziel der
Beratungen ist vielmehr, die Ratsuchenden zur aktiven Mitarbeit an
ihrer Gesundheit zu motivieren.
Der Sozialverband Deutschland e.V. wurde 1917 gegründet.
Bundesweit gibt es 3.500 Ortsverbände mit rund 500.000 Mitgliedern.
Der SoVD fördert die berufliche Eingliederung von Menschen mit
Behinderung und bietet seinen Mitgliedern Rechtsschutz vor den
Sozialgerichten. Die unabhängige Patientenberatung wird als
Modellprojekt von den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen
finanziert. Das Projekt wird durch Wissenschaftler der Universität
Bielefeld begleitet.
[16.10.2002]
Quelle: Sozialverband Deutschland e.V.