Migräne - die verschwiegene Krankheit
Betroffene befürchten Häme und Mobbing am Arbeitsplatz/Moderne Therapie macht wieder fit für die Firma
München (ots) - Die angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt hat
Deutschland in ein "Land des gequälten Lächelns" verwandelt: Wer
heute einen Job hat, darf sich keine Schwächen leisten oder gar
unpässlich sein. Der Druck zum "Gut-drauf-sein" trifft besonders jene
Menschen hart, die unter Migräne leiden: Weil sie Unverständnis,
Mobbing und Häme fürchten, verschweigen sie meist ihr quälendes
Leiden und arbeiten selbst unter Schmerzen weiter. Das ergab eine
aktuelle Umfrage der Maxalt Forschung bei 1.810 Frauen.
Befragt wurden berufstätige Frauen und Studentinnen im Alter
zwischen 18 und 35 Jahren aus neun Ländern, darunter 200 Frauen aus
Deutschland. Alle litten mindestens sechs Mal im Jahr unter
typischen, oft einseitig pulsierenden oder pochenden
Kopfschmerzattacken, die oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet
wurden. Die meisten Frauen behandelten sich selbst mit rezeptfreien
Schmerzmitteln, nur 20 Prozent bekamen von ihrem Arzt Maxalt
(Wirkstoffname: Rizatriptan) oder andere Triptane verordnet. Diese
Medikamente gelten heute als Mittel der Wahl bei mittelschwerer bis
schwerer Migräne.
Die Umfrage bestätigt ein sattsam bekanntes Problem aller
Migräniker: Ihre Krankheit wird von vielen Vorgesetzten und Kollegen
nicht ernst genommen, ihre Qualen werden mit dem höhnischen Satz
abgetan: "Sie nimmt sich schon wieder ihre Migräne". Die Betroffenen
sehen sich deshalb vielfach gezwungen, trotz der peinigenden
Schmerzen weiter zu arbeiten, um einem eventuell drohenden Mobbing zu
entgehen.
Über Migräne spricht man nicht: Der aktuellen Maxalt Umfrage
zufolge verschweigen 57 Prozent der betroffenen Frauen ihrem
Vorgesetzten gegenüber, dass sie unter Migräne leiden. Jede zweite
stößt bei ihrem Chef auf völliges Unverständnis, wenn sie wegen einer
Migräneattacke einen Termin nicht einhalten kann oder eine
Besprechung versäumt.
Nach dem "Mobbing-Report" des Bundesgesundheitsministeriums wird
hierzulande jeder neunte Arbeitnehmer irgendwann während seiner
Berufstätigkeit gemobbt. Für Frauen liegt dabei das Mobbing-Risiko um
75 Prozent höher als für Männer. Es drohen ihnen vor allem Attacken
im sozialen Bereich, zum Beispiel Ausgrenzung und Isolierung,
Beleidigungen sowie Sticheleien und Hänseleien. Männer werden dagegen
überwiegend durch ungerechte Kritik an ihrer Arbeit gemobbt.
Experten sind sich einig: Eine bessere Versorgung der
Migränepatienten mit Triptanen würde nicht nur zu einer Verbesserung
der Lebensqualität der Betroffenen führen, sondern könnte auch das
Mobbingrisiko vermindern und dadurch Produktivität und Betriebsklima
am Arbeitsplatz verbessern. Mit Rizatriptan haben mehr als die Hälfte
der Patienten mit mittelschweren und schweren Migräneattacken die
Chance, schon nach zwei Stunden wieder nahezu vollständig
kopfschmerzfrei und arbeitsfähig zu sein.
Die Maxalt Umfrage enthält immerhin auch einen Lichtblick:
Entgegen einer verbreiteten Annahme entpuppen sich weibliche
Vorgesetzte nicht immer als "stutenbissig", sondern bringen für ihre
von Migräne geplagten Mitarbeiterinnen wesentlich häufiger
Verständnis auf als männliche Chefs.
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