Alzheimer: Eine gesellschaftliche Herausforderung
Frankfurt am Main (ots) - Deutschland nimmt beim Durchschnittsalter der Bevölkerung den
vierten Rang in der Welt ein. Ursachen sind einerseits die steigende
Lebenserwartung und andererseits der Rückgang der Geburtenrate. So
altert die bundesdeutsche Bevölkerung "von beiden Enden". Ein Blick
auf die Entwicklung zeigt, dass die geschätzte Bevölkerung im Alter
von 80 Jahren bis zum Jahr 2050 auf ca. 8 Millionen ansteigen wird
(Jahr 2000: ca. 3 Millionen). Vor allem im Gesundheitssektor wird
sich diese Entwicklung stark bemerkbar machen. Der Anstieg von
Demenzerkrankungen wie beispielsweise Morbus Alzheimer ist
vorhersehbar.
Eine Krankheit auf dem Vormarsch
In Deutschland sind bei den über 65-Jährigen - man spricht auch
von der so genannten Altersgeneration - ca. 900.000 Menschen von
einer Demenz betroffen; ca. 72% davon leiden unter Morbus Alzheimer.
Für das Jahr 2050 rechnen Wissenschaftler mit 2,5 Millionen
Demenzpatienten.
Schätzung der Demenzkrankenzahl pro Altersgruppe
65 - 69 Jahre: 50.000
70 - 74 Jahre: 94.000
75 - 79 Jahre: 136.000
80 - 84 Jahre: 225.000
85 - 89 Jahre: 253.000
90 Jahre und älter: 142.000
Gesamt:900.000
(Quelle: Bickel, H (1999): Epidemiologie der Demenzen. In: H.
Förstl, H. Bickel u. A. Kurz (Hrsg.): Alzheimer Demenz, Grundlagen
Klinik und Therapie. Berlin, Heidelberg: Springer, S. 9 - 32)
Versorgung der Demenzkranken
Hinter diesen Zahlen stehen neben dem menschlichen Leid auch
enorme Kosten, die für die Betreuung von Demenzkranken aufgewendet
werden müssen. Die durchschnittlichen Gesamtkosten für einen
Patienten mit Alzheimerdemenz betragen 43.767 Euro pro Jahr. Bei
fortschreitender Alzheimerdemenz erhöhen sich der zeitliche
Pflegeaufwand und die Kosten entsprechend. Für die Pflege und
Betreuung eines Patienten sind monatlich 455 Stunden notwendig -
durchschnittlich 15 Stunden pro Tag. Die Kosten belaufen sich auf
92.000 Euro pro Jahr. (Quelle: Hallauer et al. (2000): Untersuchung
von Krankheitskosten bei Patienten mit Alzheimererkrankung in
Deutschland. In: Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement 5, S. 73
- 79)
Alzheimermedikament ist wirksam und spart Pflegezeit und -kosten
Bis heute gibt es keine Heilung der Alzheimererkrankung. Jedoch
kann der mit der Grunderkrankung verbundene Verlust der
Alltagskompetenz mit entsprechender Therapie hinausgezögert und das
Fortschreiten der Krankheit einige Zeit aufgehalten werden. Im
Schnitt kann so jeder Kranke ein bis zwei Jahre länger sein Leben
aktiver gestalten.
Dem Pharmaunternehmen Merz ist mit der Entwicklung von Memantine
ein entscheidender Schritt zur Behandlung von mittelschwerer bis
schwerer Alzheimerdemenz gelungen. Memantine ist weltweit der erste
Wirkstoff, der zur Behandlung der schweren Stadien der Erkrankung
zugelassen wurde (z. B. Axura(r)). Das Medikament erhöht die geistige
Leistungs- und Aufnahmefähigkeit der Patienten und erleichtert ihnen
Alltagstätigkeiten wie Essen, sich Waschen und Anziehen oder das
Erledigen einfacher Hausarbeiten. Wegen der aktiveren Teilnahme der
Patienten am Tagesgeschehen wird auch die Betreuung durch Angehörige
und das Pflegepersonal leichter. Memantine führt außer zu psychischen
und physischen Verbesserungen auch zu einer signifikanten Reduktion
der Betreuungszeit, denn durch Memantine können mehr als 50
Pflegestunden im Monat eingespart werden. Diese Einsparung wirkt sich
letztlich auch positiv auf die Kosten aus, die durch die Betreuung
Demenzkranker entstehen.
"Wieder Zeit zum Leben - für Alzheimerkranke und ihre Angehörigen"
"Wieder Zeit zum Leben - für Alzheimerkranke und ihre Angehörigen"
ist das Motto einer ZDF-Aktion zum Thema Alzheimer. Unterstützt wird
sie durch eine Aktionsgemeinschaft, an der auch das deutsche
Unternehmen Merz beteiligt ist. Merz zählt seit langem zu den
führenden Adressen der Alzheimerforschung. Denn Merz geht es bei
seinem Engagement nicht nur um die Entwicklung moderner und
wirksamer Medikamente, sondern verstärkt auch um eine allgemeine
Aufklärung rund um die Krankheit.
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