Gute Nacht: Besser Schlafen durch weniger Schlaf
Hamburg (ots) - Später ins Bett und früher aus den
Federn - das kann die Lösung für alle sein, die unter hartnäckigen
Schlafproblemen leiden. "Schlafrestriktion" nennt sich die neue
Methode. "Dahinter steckt die Erkenntnis, dass über die Erholsamkeit
des Schlafes weniger die absolute Dauer entscheidet als vielmehr
seine Qualität", sagt Schlafforscher Professor Jürgen Zulley vom
Universitäts- und Bezirksklinikum Regensburg in der neuen Ausgabe
der Frauenzeitschrift FÜR SIE (Heft 23/03, EVT 21. Oktober 2003).
Rund 40 Prozent der Frauen leiden unter Schlafstörungen, sechs
Prozent suchen Hilfe beim Arzt. Bei der Schlafrestriktion wird die
Bettzeit verringert, damit Betroffene sich das Wachliegen und
An-die-Decke-Starren ersparen. Auch die Uhrzeit fürs Aufstehen ist
festgelegt. Diese Methoden übt man meist im Rahmen einer kognitiven
Verhaltenstherapie ein. Das heißt, es wird ein neues Schlafverhalten
trainiert. Studien belegen, dass die Methode tatsächlich
funktioniert. Bei der Auswertung von 21 Untersuchungen kamen
US-Experten zu dem Schluss, dass die Verknappung der Schlafzeit
ebenso wirksam wie die Einnahme von Schlafmitteln ist und das ohne
Nebenwirkungen.
Bereits vor Beginn der Therapie sollte man ein Tagebuch über die
Schlafprobleme führen. "In ihm wird festgehalten, wann man ins Bett
ging, wie oft man nachts aufwachte, welche Störungen sonst noch
auftraten", erklärt Zulley. Die Angaben helfen dem Arzt, organische
Ursachen auszuschließen und die während der Behandlung benötigten
Bettstunden festzulegen. Sogar nach Jahren unruhiger Nächte kommt
der Rhythmus durch die Schlafrestriktion meist schnell wieder ins
Lot.
Bei leichteren Schlafstörungen bringen oft schon kleine
Veränderungen Hilfe. Dazu zählen beispielsweise eine anatomisch
stützende Matratze, die optimale Schlafzimmertemperatur von 18 Grad,
ein leicht verdauliches Abendessen und der Verzicht aufs Fernsehen
oder Lesen im Bett. Als Alternative zu Schlafmitteln eignen sich
natürliche Schlummerhilfen wie Baldrian- und Hopfenpräparate sowie
Melissen- oder Lavendel-Tee.
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