Gesund bleiben trotz Schichtarbeit
"Innere Uhr" lässt sich nur schwer überlisten/In der Nacht macht
auch der Magen schlapp/Schon mal von der "Hundewache" gehört?/Arzt
und Apotheker gibt Tipps
München (ots) - Beim Wort "Schichtarbeit" denkt man zu allererst an die "Maloche"
in der Industrie, in lärmenden und stinkenden Fabriken. Dabei sind
die meisten Schichtarbeiter heute keine "Blaumänner" mehr:
Krankenschwestern und Kommissare, Taxifahrer und -fahrerinnen,
Stewardessen und Piloten, Zeitungsfrauen und Zollbeamte,
Tankstellenpersonal und Trucker müssen immer wieder die Nacht zum
Tage machen. Eine 35- bis 40-Stunden-Woche, verteilt auf Montag bis
Freitag, haben heute nur noch 15 Prozent der Bundesbürger. Über die
Hälfte aller Beschäftigten leistet Samstags-, Nacht- und
Schichtdienst, damit die anderen versorgt sind und ruhig schlafen
können - setzt dabei aber oft die eigene Gesundheit aufs Spiel.
Wer nachts arbeiten muss, arbeitet gegen seine innere Uhr, die
sich weder verstellen noch ausschalten lässt. Sie schaltet den Körper
am Tage auf Leistungsbereitschaft und in der Nacht auf Erholung und
Ruhe. Am leistungsfähigsten sind wir gegen elf Uhr am Vormittag,
unser schlimmstes Tief haben wir morgens zwischen zwei und drei Uhr.
Die Seeleute nennen diese Phase die "Hundewache".
Die Arbeit gegen den Bio-Rhythmus stört vor allem die Verdauung.
Der Magen ist nämlich ein reiner "Tagarbeiter" und auch der Darm ist
in der Nacht normalerweise im Ruhezustand. Darin liegt der Grund für
die Häufung von Magen-Darm-Erkrankungen bei Schichtarbeitern. Der
verschobene Tagesablauf und das Essen zu Unzeiten irritieren die
Darmtätigkeit und führen besonders häufig zur Verstopfung. Der
Essener Arzt und Apotheker Dr. Martin Fischer (39) gibt Tipps, wie
Schichtarbeiter ihren Verdauungsorganen die ungewohnte nächtliche
Belastung erträglicher machen können.
- Versuchen Sie, Mittag- und Abendessen immer zur gleichen Zeit
einzunehmen, egal, in welcher Schicht Sie arbeiten. Das ist besser,
als das Essen den wechselnden Arbeitszeiten anzupassen.
- Vermeiden Sie eine zusätzliche Belastung durch Verstopfung. Der
gut verträgliche Wirkstoff Bisacodyl (z.B. Dulcolax) verhindert eine
Stuhlverhärtung und regt gezielt die natürliche Eigenbewegung des
Darms an.
- Essen Sie, wenn es geht, vor der Nachtschicht, also etwa
zwischen 19 und 21 Uhr.
- Sorgen Sie auch in der Nacht für Energienachschub, allerdings in
einer leichten und bekömmlichen Form: Zum Beispiel mit einer
leichten, warmen Mahlzeit zwischen Mitternacht und ein Uhr. Das kann
ein Süppchen sein, aber auch ein Omelett, Nudeln oder Reis.
- Gegen vier Uhr in der Nacht hilft eine kleine Zwischenmahlzeit,
die "Hundewache" zu überwinden. Danach Schluss mit Essen, sonst
können Sie nach der Schicht nicht einschlafen.
Ganz gleich ob Tag oder Nacht: Häufige kleine Mahlzeiten belasten
die Verdauungsorgane weniger und verbessern die Leistungsfähigkeit.
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