Radontherapie: Gesicherte wissenschaftliche Aussagen belegen Wirksamkeit bei Rheuma
Kein Strahlenrisiko für Patienten und Personal
Berlin (ots) - Seit 100 Jahren werden in Europa Radontherapien
durchgeführt. Ob und wie sie wirken und ob sie möglicherweise
strahlungsbedingte Folgen haben, war lange Zeit umstritten. Mit einer
heute in Berlin vorgestellten Studie, in Auftrag gegeben von RADIZ
e.V., Bad Schlema (Sachsen), liegt erstmals ein Gesamtüberblick über
verschiedene Aspekte von Radon als Heilmittel vor. Wichtigstes
Ergebnis: Die Behandlung rheumatischer Erkrankungen mit dem
radioaktiven Edelgas und dessen Zerfallsprodukten kann aus
wissenschaftlicher Sicht ausdrücklich befürwortet werden.
So beobachtet man bei radonbehandelten Bechterew-Kranken in
manchen Fällen bis zu 12 Jahre nach der Radonanwendung einen
verminderten Medikamentengebrauch. Der biologische
Wirkungsmechanismus der Radontherapie besteht in einer Umstimmung der
zellulären Immunantwort durch die sehr niedrig dosierte
Alphastrahlung des Radons und seiner Folgeprodukte.
Die Untersuchungsergebnisse zeigen auch, dass die Strahlendosis
bei einer Radonkur geringer ist als Mittelwert und Schwankungsbreite
der natürlichen, in der Umwelt vorkommenden Strahlendosis eines
Jahres. Das Lungenkrebsrisiko, so die Studie, ist vernachlässigbar
klein und beträgt weniger als ein Hundertstel des allgemeinen
Lungenkrebsrisikos der Bevölkerung. Die Behandlung mit Radon - als
Bad, zur Inhalation, im Heilstollen - hat nicht nur einen lang
anhaltenden Nutzen für an Rheuma erkrankte Patienten, sondern ist im
Vergleich zur medikamentösen Schmerztherapie auch erheblich
nebenwirkungsärmer und kostengünstiger.
Die Studie belegt darüber hinaus, dass auch für die Therapeuten in
den entsprechenden Einrichtungen keine Strahlungsgefahr besteht.
Die Studienergebnisse seien, so Heinz-Günter Kraus, Vorsitzender
von RADIZ e.V., Entscheidungsgrundlagen für medizinische
Behandlungswege und stehen auch den Krankenkassen zu Verfügung, die
in der Vergangenheit in einigen Fällen auf unzureichende Fakten über
die Radontherapie verwiesen und deshalb entsprechende rehabilitative
Maßnahmen ablehnten.
Mit Prof. Dr. Peter Deetjen, Innsbruck, Prof. Dr. Albrecht
Falkenbach, Bad Ischl, Prof. Dr. Dietrich Harder, Göttingen, SR Dr.
Hans Jöckel, Bad Kreuznach, Prof. Dr. Alexander Kaul, Wolfenbüttel,
und Prof. Dr. Henning von Philipsborn, Regensburg, konnten
international anerkannte Wissenschaftler aus Medizin und Balneologie,
aus Strahlenschutz und Biophysik für die Studie "Radon als
Heilmittel" gewonnen werden.
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