Was junge Knochen stark fürs Alter macht
Wissenschaftler erkennen: Spätere Knochengesundheit entscheidet sich in Mamas Bauch
München (ots) - Schon bisher lautete die Devise: Osteoporose
beginnt in den Jugendjahren. Wer schon als Kind gern und reichlich
Milch trinkt, sorgt damit für gesunde Knochen im Alter. Jetzt gehen
Wissenschaftler einen Schritt weiter, besser gesagt zurück. Sie haben
erkannt: Es entscheidet sich bereits im Mutterleib, ob ein Mensch
sich in ferner Zukunft wegen Osteoporose die Hüfte bricht.
Wie Professor Dr. Cyrus Cooper, Rheumatologe und Epidemiologe an
der Universität Southampton auf einem internationalen Kongress
berichtete, hat das Gesundheitsverhalten der Schwangeren einen
maßgeblichen Einfluss auf die spätere Entwicklung des Skeletts und
der Knochendichte bei ihrem Kind. Vieles, was sie in dieser Zeit tut
und was sie unterlässt, wirkt sich langfristig aus.
Das Team von Professor Cooper befragte rund 150 Schwangere über
ihre Ernährung, Rauchgewohnheiten und körperlichen Aktivitäten
während der Schwangerschaft. Kaum waren die Babys geboren, wurden
deren Knochen auf Mineralgehalt und Dichte untersucht. Das Ergebnis
war verblüffend:
- Wenn die Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat,
war die Knochenmasse ihres Babys zehn Prozent niedriger als bei
Kindern nicht rauchender Mütter.
- Auch Mütter, die sich während der Schwangerschaft mangelhaft
ernährt hatten, brachten Babys mit geringerer Knochendichte zur
Welt.
- Besonders anstrengende körperliche Aktivitäten in der späten
Phase der Schwangerschaft hatten ebenfalls negative Auswirkungen
auf die Knochenentwicklung beim Ungeborenen. Frauen, die auch zu
diesem Zeitpunkt noch intensives Training betrieben oder andere,
gewichtsvermindernde Aktivitäten ausübten, haben damit ihrem
Baby nichts Gutes getan: Es kam im Durchschnitt mit um acht
Prozent geringerer Knochendichte zur Welt.
Die frühe "Programmierung" im Mutterleib kann für das spätere
Leben verhängnisvolle Folgen haben, meint Professor Cooper: Wenn ein
Baby bei der Geburt untergewichtig ist, wird es auch als Kind zu
schmal sein. Es wird auch als 25-jährige Frau zu dünne Knochen haben,
mit denen sie später, mit 70, einen Knochenbruch erleidet und sich
mit 80 die Hüfte bricht.
Diese Entwicklung muss jedoch heute nicht mehr schicksalhaft sein.
Um den Knochenaufbau zu fördern, kann der Arzt Kalzium und Vitamin
D verordnen. Die Östrogene, die zur Behandlung klimakterischer
Beschwerden empfohlen werden, beugen ebenfalls Osteoporose vor. Liegt
bereits eine Osteoporose vor, so sind die so genannten
Bisphosphonate, allen voran der Fosamax-Wirkstoff Alendronat,
besonders wirksam. Bisphosphonate lagern sich an die Knochensubstanz
an und hemmen dadurch deren Abbau.
Alendronat steht auch in einer leicht einzunehmenden Form zur
Verfügung: Als "Fosamax einmal wöchentlich" wurde es als erstes
Bisphosphonat zur einmal wöchentlichen Gabe zugelassen. Mit Hilfe
von Alendronat lässt sich das Risiko eines Knochenbruchs nach dem
Klimakterium um rund 50 Prozent senken.
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