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"Transparenz im Gesundheitswesen"

Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) und Kaufmännische Krankenkasse (KKH) starten gemeinsames Projekt


Hannover (ots) - KKH-Versicherte erhalten detaillierte Arztabrechnungen.

Mit einem einmaligen Projekt sorgen die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) und die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) für mehr Transparenz bei ärztlichen Abrechnungen. KKH-Versicherte aus Niedersachsen erhalten ab Oktober 2003 unaufgefordert die komplette Aufstellung ihrer Arztleistungen des vergangenen Abrechnungsquartals.

Dazu ermittelt die KVN 1.500 KKH-Versicherte per Stichprobe, ebenso die dazugehörigen ärztlichen Abrechnungen. Die KVN versendet die Briefe mit den detaillierten Arztabrechnungen. Die Patienten können so überprüfen, ob der Arzt auch wirklich die Leistungen erbracht hat, die auf der Abrechnung aufgeführt sind. Bei Zweifelsfragen stehen die KVN und die KKH den Patienten zur Seite.

Diese Versicherten-Informationen enthalten den Namen des Kassenarztes bzw. des Kassenpsychotherapeuten, die Daten der Behandlungstage, die abgerechneten Leistungen in einer für den Versicherten verständlichen Sprache sowie die Kosten in Euro. Bei Fragen zu der Arztabrechnung können die Versicherten sowohl bei der KVN als auch der KKH eine Telefon-Hotline anrufen.

Jeder betroffene Kassenarzt bzw. Kassenpsychotherapeut erhält parallel von der KVN eine Information darüber, dass er im Rahmen der Stichprobenprüfung ausgewählt wurde und Versichertenauskünfte über Leistungen an einen oder mehrere seiner KKH-Patienten versandt wurden. Ihre Namen erfährt er aus Datenschutzgründen nicht.

Eventuelle Auffälligkeiten, die der Versicherte feststellt, werden KVN und KKH gemeinsam unter Beachtung der Schweigepflicht untersuchen und klären.

Das derzeitige Abrechnungssystem bietet zu viele Schwachstellen - so die Ausgangsanalyse des KVN-Vorsitzenden Eberhard Gramsch und des KKH-Chefs Ingo Kailuweit. Weder Versicherte noch Krankenkassen können klar prüfen, welche Leistungen Ärzte abrechnen. "Wir wollen möglichen kleinen Schummeleien oder auch Betrug mit mehr Transparenz begegnen", sagte Kailuweit. "Solange diese Transparenz aber fehlt, sind Verdächtigungen kaum zu verhindern."

Den Kooperationspartnern geht es nicht darum, die gesamte Ärzteschaft unter Generalverdacht zu stellen. "Vielmehr ist es dringend geboten, der überwiegenden Mehrheit der korrekt abrechnenden Ärzte den Rücken zu stärken. Unser Projekt stellt ein gewisses Maß an Transparenz her und unterstreicht dabei das gemeinsame Interesse von KVN und KKH an einer konstruktiven Zusammenarbeit", betonte KVN-Chef Gramsch.

Transparente Strukturen benötigt auch der Versicherte, damit er seine Rolle als aufgeklärter und selbstbewusster Partner im Gesundheitssystem wahrnehmen kann. Das geht nur über Vertrauen, und dafür sind Ärzte und Krankenkassen gleichermaßen verantwortlich.

Der KKH-KVN-Versuch ist auf Niedersachsen begrenzt und soll zunächst ein Jahr lang laufen.


[26.03.2003] Quelle: KKH
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