Ulla Schmidt im Interview mit dem Air Berlin Magazin:
Bessere Behandlung für kranke Urlauber
Berlin (ots) - Deutsche Urlauber, die in Spanien erkranken, dürfen
bisher nur mit einer Minimalversorgung rechnen, wenn sie sich nicht
gegen teures Geld als Privatpatienten behandeln lassen. In Österreich
ist dazu sogar noch zusätzlich die Erlaubnis einer örtlichen
Pflichtkasse nötig. Ab 1. Januar 2004 jedoch dürfen auch die
Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland mit einer
erheblich besseren ärztlichen Versorgung im EU-Ausland rechnen. Nicht
nur in Notfällen, sondern auch bei Dauerbehandlungen müssen die
Kassen künftig die Kosten übernehmen, und zwar zu den Sätzen, die in
Deutschland üblich sind. Das gilt auch für den Zahnersatz. Lediglich
Krankenhausaufenthalte im Ausland sollten - abgesehen von Notfällen -
vorher mit der Kasse abgesprochen werden. Das erklärte
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt in einem Interview mit dem "Air
Berlin Magazin".
Der Auslandskrankenschein "E 111" habe damit innerhalb der EU
ausgedient. Zunächst einmal müssten die Patienten jedoch in
Vorleistung treten und Behandlung wie Medikamente aus eigener Tasche
bezahlen. "Ich bin mir sicher, dass die meisten deutschen
Krankenkassen sehr bald Verträge mit Ärzten in den EU-Ländern
schließen werden, so dass bei denen dann die Vorlage Chipkarte
genügen wird - und ab 2006 wird es ohnehin eine europäische
Krankenversicherungskarte geben," sagte die Ministerin. Mit
Widerstand aus den Reihen der Krankenkassen rechne sie nicht, da in
den meisten Ländern die Kosten für Medikamente niedriger seien als in
Deutschland. "Die Krankenkassen werden mit der Neuregelung sogar
Werbung machen, denn sie stehen untereinander ja auch im Wettbewerb",
meint Frau Schmidt.
Dass nun zahlreiche deutsche Ärzte Praxen in den von Deutschen
stark besuchten Urlaubsländern eröffnet werden, erwartet die
Ministerin allerdings nicht: "Die deutschen Ärzte scheinen mir nicht
die mobilsten zu sein. Das kann ich schon vor meiner Haustür
beobachten: Während in Berlin eintausend Ärzte arbeitslos sind,
leidet das benachbarte Brandenburg unter Ärztemangel." Der
vollständige Wortlaut des Interviews kann im Internet unter
www.airberlin.com nachgelesen werden.
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