Ein soziales Gesundheitssystem misst sich am Umgang mit chronisch kranken und behinderten Patienten
Heidelberg (ots) - Die Deutsche Vereinigung für die Rehabilitation
Behinderter e. V. (DVfR) und der Beauftragte der Bundesregierung für
die Belange behinderter Menschen, Karl Hermann Haack, unterstreichen
mit Nachdruck, dass eine zukünftige Gesundheitspolitik die besonderen
Bedürfnisse von Menschen mit chronischen Krankheiten und
Behinderungen berücksichtigen muss. Sie rufen alle Akteure im
Gesundheitsbereich auf, die notwendigen Reformen unter diesem
Gesichtspunkt in der kommenden Legislaturperiode durchzuführen.
Bei einem Treffen des Rehabilitationsverbandes mit Karl Hermann
Haack in Berlin wurden anstehende Reformschritte im Gesundheitswesen
erörtert. Der DVfR-Vorsitzende, Prof. Dr. Dr. Paul W. Schönle, sagte:
"Chronische Krankheit und Behinderung ist ein Schicksal, das jeden
treffen kann, und das Grundvertrauen eines jeden Bürgers, dass in
einer solchen extremen Notsituation alles getan wird, um zu heilen,
zu rehabilitieren und zu integrieren, darf nicht erschüttert werden."
Deshalb muss die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für diese
Menschen, die oft geringe Heilungschancen haben, verbessert und
nahtlos mit Rehabilitation und Pflege, vor allem im ambulanten und
wohnortnahen Bereich, verknüpft werden. Entsprechende Vorschläge
wurden in einem Eckpunktepapier für eine integrationsorientierte
Gesundheitsreform veröffentlicht (www.behindertenbeauftragter.de).
Die Behindertenpolitik der vergangenen vier Jahre hat mit einer
Reihe von Gesetzen den Paradigmenwechsel von der Fürsorge für
Behinderte hin zu Selbstbestimmung und gleichberechtigter Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben für Menschen mit Behinderungen eingeleitet.
Diese Grundprinzipien müssen auch in der Gesundheitspolitik zum
Maßstab werden.
Alle Leistungen müssen sich daran messen lassen, ob sie die
Menschen rechtzeitig und bedarfsgerecht erreichen und nachhaltig
wirken. Die solidarische Finanzierung der Gesetzlichen
Krankenversicherung muss sichern, dass chronisch kranke und
behinderte, aber auch alte Menschen nicht zusätzlich belastet werden.
Damit ein soziales Gesundheitswesen finanzierbar bleibt, sind alle
Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung und Effektivitätssteigerung
aufzuspüren und zu nutzen.
[13.09.2002] -->
Quelle: Deutsche Vereinigung für die Rehabilitation Behinderter e.V. (DVfR)