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Apothekerkammer Nordrhein in Düsseldorf: Fünf Milliarden Euro können sofort bei Arzneimitteln gespart werden.

Billige Krankenhausware über die Apotheken


Düsseldorf (ots) - Die Gesetzlichen Krankenkassen könnten bei den Ausgaben für Arzneimittel pro Jahr fünf Milliarden Euro einsparen. Diesen ungewöhnlichen wie einfachen Vorschlag macht die Apothekerkammer Nordrhein in Düsseldorf. Sie plädiert dafür, dass so genannte verbilligte Krankenhausware über öffentliche Apotheken vertrieben werden darf.

Der Vorstand und der Präsident der Apothekerkammer, Karl-Rudolf Mattenklotz, erläutern den Vorschlag in einer Pressemitteilung, die die Kammer am Freitag in Düsseldorf veröffentlichte. Die Krankenhausware wird von der Pharmaindustrie im Schnitt 20 bis 30 Prozent billiger verkauft. "Diesen Preisvorteil beim Einkauf könnten die öffentlichen Apotheken weiter geben", sagt Mattenklotz.

Derzeit betragen die jährlichen Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel rund 20 Milliarden Euro. Mattenklotz geht davon aus, dass das Einsparvolumen bei rund 25 Prozent, also fünf Milliarden Euro läge. "Dieser Vorschlag ist einfach und schnell umzusetzen", meint der Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, die rund 9000 Apotheker in den nordrhein-westfälischen Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln vertritt. Ein Vorschaltgesetz, wie von der Bundesregierung geplant, sei dann nicht erforderlich. Die Defizite der Krankenkassen seien auf einen Schlag mehr als ausgeglichen.

Auch die gesetzlichen Voraussetzungen für die Abgabe von Krankenhausware in öffentlichen Apotheken sei geregelt. Das Bundesverfassungsgericht sieht keinen Verstoß darin, dass öffentliche Apotheken Krankenhausware abgeben. Natürlich muss dabei die gesetzliche Preisbildung beachtet werden. Das geht aus einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 19. September 2002 (Az1 BvR 1385/01) hervor.

Dieser Sparvorschlag trifft allerdings auch die Betreiber der öffentlichen Apotheken. Nach vorläufigen Berechnungen müssen sie bei der Abgabe von Krankenhausware Gewinne von rund 400 Millionen Euro einbüßen. "Unser Vorschlag ist also nicht eigennützig, auch die Apotheker werden ihren Beitrag leisten", sagt deshalb Mattenklotz.


[25.10.2002] Quelle: Apothekerkammer Nordrhein
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