Liebe hält gesund/Eine Kampagne will Betroffene zum Reden bringen
Hamburg/Freiburg (ots) - In Deutschland leiden rund sechs
Millionen Männer unter Erektionsstörungen. Doch nur drei bis vier von
10 betroffenen Männern sind bereit, über ihr Problem zu sprechen.
Dadurch verspielen die Betroffenen nicht nur die Chance einer
erfolgreichen Therapie. Sie verzichten auch auf ein Stück
Lebensqualität.
Zu diesem Ergebnis kommt das Informationszentrum für Sexualität
und Gesundheit e.V. (ISG) nach der Auswertung zahlreicher
Untersuchungen und Langzeitstudien. Daraus geht unter anderem hervor,
dass Sexualität Wohlfühlhormone freisetzt, körperliche Beschwerden
mindert, Kalorien verbraucht und die allgemeine Vitalität fördert.
"Hinzu kommt, dass die sexuelle Zufriedenheit für viele
Partnerschaften eine wichtige Voraussetzung für die Stabilität der
Beziehung ist", erklärte Dr. Michael Berner, Psychiater und Mitglied
des ISG-Vorstandes, im Rahmen einer Pressekonferenz in Hamburg.
"Paare, die offen über ihre Sexualität sprechen, lernen sich besser
kennen, achten mehr auf ihre Gefühle, zeigen mehr Zuneigung und
können auch eventuelle Probleme ihres Liebeslebens besser
bewältigen."
"Sexualität hat Sprache, macht aber auch sprachlos", sagte der
Diplom-Psychologe Dr. Steffen Fliegel, Münster. Männern mit
Erektionsstörungen fällt das Reden besonders schwer, weil sie
befürchten belächelt oder sogar ausgelacht, bedauert, bemitleidet zu
werden. Der Diplom-Psychologe rät zu einem partnerschaftlichen
Gespräch über die sexuellen Bedürfnisse. Es kann viele Vorurteile
ausräumen und einem sexuellen Rückzug vorbeugen.
Die positiven Auswirkungen der Sexualität hat das ISG zum Anlass
genommen, eine bundesweite Informationskampagne durchzuführen. Unter
dem Motto "Liebe hält gesund" sollen die Betroffenen zum Reden über
sexuelle Funktionsstörungen motiviert werden. "Die Kampagne wertet
die Sexualität auf. Durch ihre einfühlsame und lebensbejahende
Botschaft setzt sie die Hemmschwelle herab, über intime Probleme zu
reden", sagte Professor Dr. Ulrich Wetterauer, 1. Vorsitzender des
ISG. Zudem gibt es heute wirksame Medikamente, mit denen
Erektionsstörungen erfolgreich behandelt werden können.
Die Kampagne wird von den Arzneimittelherstellern Lilly ICOS und
Pfizer unterstützt. Die Betroffenen sollen direkt über Ärzte,
Apotheker, Verbände und Patientengruppen, bei denen sexuelle
Störungen häufig als Begleitsymptome auftreten wie zum Beispiel
Diabetes, Herzkreislauf, Parkinson, angesprochen werden. Wichtigstes
Informationsmittel der Kampagne ist die kostenlose Broschüre "Liebe
- Lust zum Lesen" mit 36 Anregungen zur gesunden Partnerschaft. Sie
kann unter www.isg-info.de heruntergeladen bzw. telefonisch unter
01805 - 55 84 85 (12 Cent/Min.) angefordert werden. Die ISG-Infoline
dient vor allem als Kontaktstelle für Ratsuchende, die anonym bleiben
möchten. Sie ist Montag bis Freitag von 15.00 bis 20.00 Uhr besetzt.
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