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"Zeitliche Strukturen - Chronome - in der kindlichen Entwicklung"

Symposium am 29. und 30.11.2002 in München gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft


München (ots) - Zeitliche Strukturen in der kindlichen Entwicklung waren immer Schwerpunktthemen in der Münchener Pädiatrie. Schon zu Pfaundlers Zeiten hatte sein Oberarzt de Rudder über bioklimatische Probleme und jahreszeitliche Gesundheitsrisiken berichtet. In den sechziger Jahren wurde die Entwicklung der Circadian-Periodik eingehend erforscht und dabei gefunden, dass es fast zwei Jahre braucht, bis die Funktionen der verschiedenen Organe zu einer einheitlichen Circadian-Periodik zusammenfließen. Diese Forschungen führten im Jahre 1960 zu einer Einladung bei einem internationalen Symposium "Biological clock" der renommierten Cold Spring Harbor Association in Cold Spring Harbor bei New York.

Weitere Studien betrafen den Tagesgang der physiologischen Leistungsbereitschaft, vor allem im Schulalter, die über Blutdruck, Blutzucker, Pulsfrequenz und Schlaf-Wach-Verhalten bis zu tageszeitlichen Veränderungen der Rechengeschwindigkeit reichten. Die Datenerhebung bei diesen Forschungen geschah unter Bedingungen, die im Zeitalter der Computer-Registrierung mehr als schlecht bezeichnet werden müssen (Messung der Pulsfrequenz mit Puls fühlen, des Blutdrucks mit handgetriebenen Blutdruckapparaten etc.).

Mit dem Einsatz der elektronischen Datenerfassung, z. B. im Rahmen der Intensivmedizin vor allem bei Neu- und Frühgeborenen, hat sich diese Situation erheblich verbessert. Täglich fällt eine Fülle von Daten an, die eine exakte Registrierung erlauben, so dass sich die Basis für chronobiologische Untersuchungen entscheidend verbessert hat. Darüber hinaus haben biochemische und molekularbiologische Untersuchungen periodische Phänomene aufgedeckt, die uns die zeitlichen Strukturen in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Dieses Symposium will versuchen, über die vielfältigen Bereiche chronobiologischer Forschungen im Kindesalter einen internationalen Überblick zu geben. Dabei soll vor allen Dingen auf die Erfahrungen der chronobiologischen Institute in Paris (Unité de Chronobiologie - Fondation Adolphe de Rothschild unter der Leitung von Professor Alain Reinberg) und nicht zuletzt der chronobiologischen Laboratorien an der Universität Minneapolis unter Leitung von Professor Franz Halberg zurückgegriffen werden.


Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Theodor Hellbrügge

Informationen:
www.hellbrueggestiftung.de
www.msi.umn.edu
corne001@umn.edu



[30.10.02] Quelle: Internationale Aktion Sonnenschein e.V.
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