Asthma-Spray ist "bäh" - Tablette O.K.
Neue Studie beweist: Umständliches Inhalieren erschwert Asthmabehandlung kleiner Kinder/Modernes Medikament als Alternative
Nach neuesten Schätzungen eines kinderärztlichen Experten-Gremiums
leiden in Deutschland schon rund eine halbe Million Kinder unter
sechs Jahren an Asthma-Symptomen. Um sie vor Anfällen von Atemnot und
einer Verschlimmerung ihrer Krankheit zu bewahren, benötigen viele
bereits in den frühen Asthma-Stadien eine kontinuierliche
medikamentöse Behandlung. Dabei gibt es aber ein Riesen-Problem: Die
meisten der gängigen Asthma-Medikamente müssen umständlich als
Sprühnebel aus sperrigen Inhalierhilfen oder komplizierten Verneblern
eingeatmet werden.
Das passiert manchmal bis zu vier Mal am Tag und macht den kleinen
Patienten wirklich keinen Spaß: Denn mitten im schönsten Spiel kommt
die Mutter oder die Kindergärtnerin mit dem Inhaliergerät und drückt
dem Kind die Maske aufs Gesicht. Liebevolles Zureden und Erklärungen
helfen da nur wenig. Viele asthmakranke Kinder im Vorschulalter
begreifen einfach noch nicht, dass die immer wiederkehren-de
umständliche Prozedur sie vor Husten-Attacken oder Luftmangel
schützen soll und protestieren lauthals gegen den Inhalierzwang. Die
Eltern wiederum sind schon bald des zermürbenden Kampfes mit ihrem
unwilligen Kind leid und lassen die sperrige Apparatur lieber liegen.
Das geschieht öfter, als es die Ärzte bisher glaubten, ergab jetzt
eine aktuelle Studie in den Niederlanden. Professor Dr. J. C. de
Jongste und seine Kollegen von der Rotterdamer Sophia-Kinderklinik
stellten fest: Von 553 Vorschulkindern, die wegen ihres
mittelschweren Asthmas täglich zweimal inhalieren sollten, erhielten
nur 167, also nicht einmal jedes dritte Kind, das benötigte Mittel
tatsächlich wie verordnet. Je länger die Behandlung dauerte, umso
mehr betroffene Kinder und Eltern kündigten die Gefolgschaft auf.
Acht Monate nach Beendigung der Studie erhielten nur noch 21 Prozent
der Kinder die empfohlene Behandlung, die restlichen Familien
verzichteten auf die lästige Dauertherapie. Das geschah selbst dann,
wenn sich die Symptome des Kindes verschlimmert hatten!
Befragungen in Deutschland haben vergleichbare Ergebnisse
erbracht. Dr. Joseph Lecheler, Ärztlicher Direktor im CJD
Asthmazentrum Berchtesgaden, berichtet: "Inhalationen sind bei
Kindern mit Asthma wenig beliebt. Auf Dauer befolgen diese
Therapie-Empfehlung weniger als 50 Prozent der Kinder." Es komme
deshalb mehr denn je darauf an, den betroffenen Kindern eine
maßgeschneiderte Behandlung zukommen zu lassen, fordert der
Asthma-Experte.
Diesen "maßgeschneiderten" Ausweg aus dem Dilemma bietet jetzt der
hochwirksame so genannte Leukotrien-Antagonist Singulair mit dem
Wirkstoff Montelukast. Dieses Medikament muss nämlich nicht inhaliert
werden: Es genügt eine einzige Tablette vor dem Zubettgehen zu
zerkauen, um die Asthma-Symptome erfolgreich unter Kontrolle zu
halten.
Dr. Lecheler: "Damit ist eine effektive Therapie gewährleistet.
Die Kinder akzeptieren eher die Behandlung, ihre Lebensqualität
verbessert sich und auch mit Notfall-Situationen muss seltener
gerechnet werden."
Die kindgerechten Montelukast-Zubereitungen schmecken nach
Kirschen und sind in altersentsprechenden Dosierungen als "Singulair
junior" für Kinder ab sechs Jahren und als "Singulair mini" sogar
schon für zwei- bis fünfjährige Asthma-Patienten zugelassen.
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