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Revolution in der Kardiologie: Medikamenten-freisetzende Stents verhindern die Wiederverengung von Herzkranzgefäßen

Berlin (ots) - Gute Nachrichten für Patienten mit koronarer Herzkrankheit: Das große Problem der Wiederverengung bereits behandelter Arterien ist weitgehend gelöst. Dieser revolutionäre Fortschritt ist möglich durch Einsatz medikamenten-freisetzender Stents.

Stents sind dehnbare, maschenartige Gefäßstützen aus Edelmetall. Die neuen Stents stabilisieren im Unterschied zu den herkömmlichen Stents nicht nur die Gefäßwand, sondern verhindern zugleich durch Abgabe bestimmter Wirkstoffe das unkontrollierte Zellwachstum und somit die erneute Verengung des Gefäßes. So entfällt die Notwendigkeit erneuter Aufdehnungen, und häufig können sogar Bypass- Operationen vermieden werden - ein erheblicher Gewinn an Lebensqualität für die Patienten.

Die Erfolge des neuen Verfahrens wurden in vielen Studien so eindrucksvoll bestätigt, dass die Fachwelt begeistert ist. Prof. Karl Heinz Kuck, Leiter des Kardiologischen Zentrums am Hamburger Krankenhaus St. Georg: "Mit diesen Daten möchte man gar keine herkömmlichen Stents mehr einsetzen. Stellen Sie sich vor, was es für einen Patienten bedeutet, wenn ihm eine Bypass-Operation erspart bleibt!"

Zur Kostendiskussion: Aufgrund hoher Entwicklungs- und Herstellungskosten sind medikamenten-freisetzende Stents deutlich teurer als herkömmliche. Deshalb werden bislang vor allem Risikogruppen, z. B. Diabetiker oder Menschen mit besonders dünnen Gefäßen, damit versorgt. Aktion Meditech fordert, die Vergütungsmodelle so zu gestalten, dass möglichst vielen KHK- Patienten die neue Behandlung zur Verfügung steht. Denkt man langfristig, ist dies nicht unrealistisch: In einem Modellvorhaben überprüft derzeit die Techniker Krankenkasse, ob die neuen Stents durch die Vermeidung von Folgeeingriffen die Kosten sogar senken können. Dr. Fabian Stahl, Kardiologe am Hamburger Krankenhaus St. Georg und Berater von Aktion Meditech, ist überzeugt: "Die meisten KHK-Patienten sieht man häufig wieder. Wer einen medikamenten- freisetzenden Stent erhält, kommt nur einmal ins Katheterlabor! Mehr Lebensqualität für den Patienten und weniger Kosten für Folgeeingriffe - bessere Argumente für eine neue Technologie gibt es nicht."


[23.07.2003] Quelle: Meditech
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