Hamburg (ots) - Rund 200.000 Bundesbürger erleiden jährlich einen
Schlaganfall. Immer häufiger sind jüngere Frauen zwischen 40 und 50
Jahren betroffen, wie die Zeitschrift VITAL in ihrer aktuellen
Ausgabe berichtet. Mit Hilfe eines neuen wissenschaftlich fundierten
Tests der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, den VITAL exklusiv
abdruckt, ist es möglich, das individuelle Risikoprofil zu ermitteln.
Abgefragt werden darin typische Risikofaktoren wie Bluthochdruck und
Warnzeichen wie plötzlicher Kopfschmerz. Verantwortlich für
Schlaganfälle sind nach Untersuchungen der Universität Tübingen
insbesondere Rauchen, vererbte Blutgerinnungsstörungen, die
Antibabypille und Wechseljahrshormone. Auch ein zu hoher Blutdruck in
Kombination mit zu viel Kalorien und zuviel Salz steigert das Risiko.
Bei Betroffenen sterben innerhalb der ersten vier Wochen ein Drittel
mehr Frauen als Männer.
Bei einem Schlaganfall unterbricht ein Gerinnsel die Durchblutung
des Gehirns oder es reißt eine Arterie. Bereits nach vier Minuten
sterben die Gehirnzellen ab.
Das Risiko eines Schlaganfalls lässt sich durchaus beeinflussen.
"Es ist bewiesen, dass die Normalisierung des Blutdrucks die
wichtigste Maßnahme ist ", sagt Prof. Erich Bernd Ringelstein von der
Universitätsklinik Münster. Bei jüngeren Patientinnen spiele der
Blutdruck allerdings eine untergeordnete Rolle. "Hier sind Rauchen,
Hormonpräparate und eine sehr ungesunde Ernährung mit zu hohem
Alkoholkonsum und einer ebenfalls erhöhten Kalorienzufuhr die
entscheidenden Entstehungsfaktoren".
Ein anerkanntes Anti-Schlaganfall-Programm gibt es bislang nicht.
"Erwiesen ist, dass man sich vor einem Schlaganfall weitgehend
schützen kann, wenn man die genannten Risikofaktoren strikt
vermeidet", sagt Ringelstein. Einen gewissen Schutz biete auch
dosierter Ausdauersport wie Schwimmen, Joggen oder Radfahren.
Vorsorgeuntersuchungen könnten unter Umständen auf Risikofaktoren
hinweisen und sollten möglichst einmal jährlich durchgeführt werden.
"Und wer eine genetische bedingte Gerinnungsstörung hat, sich vor
Langstreckenflügen vom Arzt beraten und notfalls eine Heparin-Spritze
geben lassen", rät Ringelstein.