Hamburg (ots) - Cholesterin gilt als Mitauslöser
für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt
oder Schlaganfall. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch,
dass Cholesterin nicht der allein Schuldige ist, wie die Zeitschrift
VITAL berichtet. Ebenso ernst zu nehmen ist nämlich das Homocystein.
Die schwefelhaltige Substanz entsteht beim Eiweißabbau und fördert
bei zu hoher Konzentration die Arterienverkalkung. Riskant wird es
ab einem Homocysteinspiegel von 10 Mikrogramm pro Liter. Dann steigt
das Herzinfarktrisiko um mehr als 30 Prozent.
Beim Cholesterinspiegel steigt ab einem Gesamtcholesterin von
über 200 mg/dl das Herzinfarktrisiko. Allerdings sagt der
Gesamtcholesterinspiegel nach Erkenntnissen des Münsteraner
Arteriosklerose-Forschers Prof. Gerd Assmann nicht alles über das
Erkrankungsrisiko. Entscheidend sei das Verhältnis von "schädlichem"
LDL-Cholesterin zum "schützenden" HDL-Cholesterin.
LDL ist für die Fettablagerungen verantwortlich, während HDL das
abgelagerte Cholesterin aus der Gefäßwand herauslöst. Der LDL-Wert
sollte unter dem Dreifachen des HDL-Wertes liegen. Wichtig zur
Risikoermittlung ist auch der Wert der Triglyceride, die für die
Bildung der Fett-Energiedepots verantwortlich sind.
Assmann empfiehlt, alle zwei Jahre die Blutfettwerte bestimmen zu
lassen. Spätestens ab einem Cholesterinwert von 210 mg/dl sollte man
alle drei Fettwerte vom Arzt bestimmen lassen. Der HDL-Wert soll
sich bei über 40 mg/dl befinden, idealerweise sogar bei über 55
mg/dl. Grundsätzlich gilt: Je höher der HDL-Wert, desto besser für
Herz und Gefäße. Der Triglyceride-Wert sollte bei weniger als 200
mg/dl. liegen.
Die Deutsche Lipid-Liga empfiehlt, bei hohen Cholesterinwerten
täglich maximal 300 Milligramm Cholesterin mit der Nahrung
aufzunehmen. Ein Eigelb hat beispielsweise 26 Milligramm, 100 Gramm
Schweineleber aber 340 Milligramm. Grundsätzlich sollte man weniger
tierische Fette und mehr Obst und Gemüse essen. Bei zu hohen
Triglyceridwerten ist ein Verzicht auf Alkohol und Süßigkeiten
wichtig. Gegen zu viel Homocystein hilft das Vitamin Folsäure, das
beispielsweise in Spinat, Grün-, Wirsing- und Rosenkohl enthalten
ist.