Erhöhtes Osteoporose-Risiko nach Abbruch der Hormonersatztherapie!
Haar (ots) - Aufgrund der Ergebnisse einer aktuellen Studie der
Women's Health Initiative will das Bundesinstitut für Arzneimittel
und Medizinprodukte (BfArM) die Anwendung von Arzneimitteln zur
Hormonersatztherapie einschränken. Frauen, die daraufhin die
Hormone absetzen, sollten mit ihrem Arzt über ihr Osteoporose-Risiko
sprechen.
Die repräsentative Langzeitstudie der "Women's Health Initiative"
wurde abgebrochen, weil sich bei Einnahme eines
Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparates das Risiko für Brustkrebs
und Herz-Kreislauf-Krankheiten deutlich erhöhte. Die Studie, an der
ca. 16.000 postmenopausale Frauen teilnahmen, sollte das
Nutzen-Risiko-Profil der Hormonersatztherapie untersuchen. Das BfArM
bietet zur Zeit den pharmazeutischen Unternehmen die Gelegenheit zu
einer Stellungnahme, bevor über eine endgültige Zulassungsänderung
der Hormonersatztherapie entschieden wird. Neben genaueren Angaben
über Art und Ausmaß der Risiken in den Fach- und
Gebrauchsinformationen sollen vor allem die Anwendungsgebiete der
Arzneimittel eingeschränkt werden. Zur Osteoporoseprophylaxe wird die
Hormonersatztherapie nach Ansicht des BfArM wahrscheinlich nicht
weiter angewendet werden können. Es ist zu erwarten, dass aufgrund
dieser Warnhinweise Frauen vermehrt nach Rücksprache mit ihrem Arzt
die Hormonersatztherapie abbrechen. Um die Knochengesundheit ihrer
Patientinnen nicht zu gefährden, raten Experten dazu, auf effektiv
wirkende Osteoporose-Medikamente, umzustellen. Im direkten Vergleich
mit Hormonkombinationspräparaten verfügte das Bisphosphonat
Alendronat über eine nachhaltigere Wirkung auf den Knochen. Nach
einer vierjährigen Therapie mit täglich 5 mg Alendronat bzw. einer
Östrogen/Gestagen-Kombination kam es bei den Patienten unter
Alendronat zu einem deutlich geringeren Verlust der Knochendichte in
den beiden Folgejahren. Professor Dr. Lorraine Fitzpatrick von der
Mayo-Clinic in Rochester, Minnesota, rät, möglichst früh über einen
Ersatz für die Hormonsubstitution nachzudenken. "Sprechen Sie mit
ihrem Arzt über Medikamente, die zukünftige Frakturen verhindern
können, bevor Sie die Hormone absetzen".
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