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Brustkrebsmedizin: Gestaltung der DMP's auch künftig ohne Beteiligung von Patientinnen ?

Kein Mitspracherecht für Betroffene und Patientinnen-Initiativen


Berlin (ots) - Die Botschaft der Tagung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen in Berlin "Patientenschutz und Verbraucherrechte im deutschen Gesundheitswesen" war ernüchternd: Patienten und Patientinnen werden auch weiterhin bei Weichenstellungen im Gesundheitswesen keinen maßgeblichen Einfluss haben.

Im Rahmen eines Podiumsgesprächs, bei dem sich unter anderem "Disease-Management und Behandlungsqualität " bei Brustkrebs auf dem Prüfstand befand, waren Betroffene und Patientenvertreterinnen zwar eingeladen worden; ihren Standpunkt hören wollte jedoch niemand.

Gesundheitsökonom Prof. Dr. Karl Lauterbauch, gesundheitspolitischer Berater von Ulla Schmidt, gab zumindest zu, dass die Chance zur Einbindung von Patientinnen in die geplanten strukturierten Programme zur Behandlung von Brustkrebs im Rahmen des "Disease Managements" leider vertan worden sei.

Zur Beteiligung von Patientinnen-Initiativen befand die Vertreterin des Verbandes der Angestelltenkrankenkassen (VdAK) und des Arbeiter-Ersatzkassen-Verbandes, Eva Walzik, dass diese natürlich nicht mitentscheiden könnten - da könne ja jeder selbst ernannte Guru daherkommen.

Entgegen der Verlautbarungen aus dem Bundesgesundheitsministerium wird damit ein Mitspracherecht von Patientinnen bei der Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen weiterhin wohl nur auf dem Papier stehen.

Entscheidungsträger in Medizin, Politik und bei den Krankenkassen haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt und ignorieren die Mitbestimmungsrechte von Patientinnen als Partnerinnen von Veränderungsprozessen im Gesundheitswesen nach wie vor. Damit bleibt die Chance einer Integration und Patientinnenzentrierung ungenutzt, frauenspezifische Gesundheitsversorgung weiterhin Fehlanzeige.

So bemängelte auch Gudrun Kemper aus Berlin als Vertreterin von PINK, (Patientinnen-Initiativen Nationale Koalition Brustkrebs) - einer Ausgründung aus der Koalition Brustkrebs - dass "in den DMP's zu Brustkrebs bisher zwar Ansätze in die richtige Richtung erkennbar sind". Konkret sei jedoch nicht ersichtlich, wie sie zu Veränderungen und Verbesserungen führen, die auch Frauen in Deutschland endlich bessere Überlebensraten bringen.


[13.09.2002]
Quelle: PINK, Patientinnen-Initiativen Nationale KoalitionBrustkrebs (e.V. i. Gr.)
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