Brustkrebsmonat Oktober/Noch immer Defizite in Vorsorge und Therapie
Frankfurt/M. (ots) - Im Oktober fordern Selbsthilfegruppen, Ärzte
und Krebsgesellschaften ein stärkeres Engagement der Öffentlichkeit
beim Thema Brustkrebs. Ihre Anliegen an Politik und Medizin sind eine
verbesserte Früherkennung und eine an den neuesten Erkenntnissen der
Medizin orientierte Therapie des Brustkrebses. Noch immer sterben in
Deutschland pro Tag 53 Frauen an einem Mammakarzinom.
Am deutlichsten ließe sich diese Zahl durch verbesserte Vorsorge
und präzisere Früherkennung senken. Das belegen Vergleichszahlen aus
anderen Ländern. Doch gerade hier stagniert die deutsche Medizin.
Eine positive Entwicklung hat jedoch seit dem letzten
Brustkrebsmonat Oktober bei den Behandlungsmöglichkeiten
stattgefunden: Eine neue Chemotherapie und die nebenwirkungsarmen
Aromatasehemmer (Letrozol) haben sich als sehr wirksam erwiesen.
Nicht immer werden die neuen Erkenntnisse jedoch im Praxisalltag
umgesetzt. Dabei beweisen neue Studienergebnisse insbesondere die
überlegene Wirkung der Aromatasehemmer im Vergleich zum bisherigen
Standardmedikament Tamoxifen. Nachgewiesen ist auch, dass sich beim
fortgeschrittenen Brustkrebs unter dem Aromatasehemmer Letrozol mehr
Tumore zurückbilden als unter einem anderen Aromatasehemmer. Nahezu
alle Frauen mit hormonabhängig wachsendem Brustkrebs nach den
Wechseljahren können von diesem Medikament profitieren - das sind
rund 70 Prozent aller Patientinnen.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau,
schätzungsweise jede neunte Frau in Deutschland erkrankt im Lauf
ihres Lebens. Bis zu 40 Prozent dieser Frauen entwickeln Metastasen.
Dadurch ist Brustkrebs die zweithäufigste Todesursache der
westeuropäischen Frau, so die Patientinneninitiativen, Ärzte und
Krebsgesellschaften im Brustkrebsmonat Oktober.