Wenn die Klimaanlage krank macht
München (ots) - Ansteckungsgefahr droht zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Hotels, Schiffe, Flugzeuge/Hustenlöser gehört ins Reisegepäck
Das Positive vorweg: Klimaanlagen sorgen für angenehme
Temperaturen, gleichmäßige Luftfeuchtigkeit und frische Luft. Für
europäische Touristen ist das in heißen und feuchten Urlaubsländern
mitunter von unschätzbarem Wert. Doch die Sache hat einen Haken: Die
Belüftungsanlagen verteilen nicht nur die Luft gleichmäßig, sondern
oft genug auch alles, was sich darin befindet: Tabakrauch ebenso wie
Abgase, Gestank ebenso wie Krankheitserreger.
Menschen, die in einem Großraumbüro arbeiten, kennen die eiserne
Regel längst aus bitterer Erfahrung: "Wenn hier einer niest, husten
alle." Doch das Ansteckungs-Risiko verfolgt sie auch dann, wenn sie
ihren klimatisierten Arbeitsplatz verlassen, den Schreibtisch
verschließen und sich in die Ferien verabschieden. Denn Klimaanlagen
gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und so läuft der Urlauber
überall Gefahr, Opfer einer dieser heimtückischen Bakterienschleudern
zu werden.
Am geringsten ist das Risiko einer Infektion nach Ansicht von
Reisemedizinern ausgerechnet dort, wo die meisten Menschen sie
befürchten: im Flugzeug. In den modernen Verkehrsmaschinen wird die
zirkulierende Luft ständig durch hochwirksame Filter geleitet, in
denen auch winzigste Partikel hängen bleiben. Der Tübinger Internist
und Tropenmediziner Dr. Harald Kretschmer in seinem Nachschlagewerk
"Reisemedizin" (Urban & Fischer Verlag, 84,95 Euro): "Diese Filter
haben die Fähigkeit, zwischen 91 und 99,9 Prozent aller mikrobiellen
Bestandteile der Kabinenluft herauszufiltern. Die Filter werden in
regelmäßigen Abständen gewechselt. Deshalb ist die
Infektionsgefährdung während einer Flugreise als erheblich geringer
einzuschätzen wie beispielsweise in anderen öffentlichen
Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn usw.."
Wer sich auf eine Reise begibt, tut dennoch gut daran, in seiner
Reiseapotheke auch im Hochsommer einen bewährten Hustenlöser wie
Ambroxol (z.B. von ratiopharm, Apotheke) mit sich zu führen. Grippale
Infekte äußern sich häufig mit einem festsitzenden Husten, sowie
Schnupfen und Heiserkeit. Ambroxol fördert den Abtransport von zähem
Schleim aus den Atemwegen durch Aktivierung des Flimmerepithels auf
den Schleimhäuten.
Der zur Wartung von Klimaanlagen erforderliche hohe technische
Aufwand wird in südlichen Ländern nämlich häufig nur lax gehandhabt.
Immer wieder gibt es deshalb nicht nur in den Tropen, sondern auch in
unseren europäischen Urlaubsregionen Husten- und Schnupfen-Epidemien,
als deren Quelle sich bakterienbelastete Klimaanlagen oder
verunreinigte Trinkwasser-Systeme herausstellen. Auch die Gäste von
Kreuzfahrtschiffen sind schon wiederholt Opfer solcher Epidemien
geworden.
Grippeinfekte, Husten und Angina drohen übrigens nicht nur aus der
hochkomplizierten Klimaanlage, sondern auch beim unvernünftigen
Umgang mit schlichten Ventilatoren: Die intensive Verdunstungskälte,
die bei einem zu starken Luftstrom des "Miefquirls" entsteht, kann
das Immunsystem schwächen und damit Husten- und Schnupfenerregern Tür
und Tor öffnen.
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