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Sind wir auf die nächste weltweite Influenza-Epidemie vorbereitet?

Neue Technologien sollen für eine rasche Reaktionsbereitschaft sorgen


Malta/St. Julians (ots) - Wie gut sind wir auf die nächste globale Influenza-Epidemie vorbereitet? Diese Frage wurde auf der vom 20. bis 23. Oktober in Malta abgehaltenen ersten europäischen Konferenz zur Influenza heiß debattiert.

Der Leiter des virologischen Instituts des Erasmus Medisch Centrum in Rotterdam, Prof. Albert Osterhaus, sprach über die wachsende Wahrscheinlichkeit einer erneuten Influenza-Epidemie, die bei globaler Ausbreitung als Pandemie bezeichnet wird. Er wies dabei insbesondere auf die Bedeutung eines guten Bereitschaftsplanes hin, wie er von der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 1999 erstellt wurde.

Um die hohen Sterblichkeitsraten früherer Pandemien - wie etwa der Spanischen Grippe 1918 mit weltweit mehr als 40 Millionen Toten - zu verhindern, sei eine rasche Reaktionsfähigkeit von entscheidender Bedeutung, so John Oxford, Professor für Virologie an der britischen Barts & The London Queen Mary School of Medicine. Laut Prof. Oxford kann man mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass der bei einer Influenza-Pandemie entstehende akute Bedarf an rasch verfügbaren Impfstoffreserven nur mit Hilfe von neuen Technologien gedeckt werden kann. Oxford weiter: "Die neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der Herstellung des Influenza-Impfstoffs in Zellkulturen und die Verbesserung der Lagerungskapazitäten für große Mengen antiviraler Medikamente sind die Mindestvoraussetzung für eine Pandemievorsorge, die dem Stand des 21. Jahrhunderts gerecht wird."

Tatsächlich hat die WHO bereits 1995 erkannt, dass das gegenwärtig gebräuchliche Herstellverfahren mit Hühnereiern durch ein Verfahren mit Zellkulturen ersetzt werden muss. Die derzeit verbreiteten konventionellen Influenza-Impfstoffe werden in embryonierten Hühnereiern hergestellt. Eine rasche Produktion von Influenza-Impfstoff ist damit abhängig von der Verfügbarkeit befruchteter Hühnereier, in denen das Virus herangezüchtet werden kann.

Baxter, ein weltweit führendes Unternehmen der Gesundheitsbranche, hat nun ein Verfahren zur industriellen Produktion von Influenza-Impfstoff in einem serum- und proteinfreien Zellkulturmedium entwickelt. Anders als das konventionelle Herstellverfahren mit Hühnereiern weist das so genannte Vero-Cell-Verfahren bei einer Pandemie wesentliche Vorteile auf: Gleich nachdem das Influenzavirus isoliert, identifiziert und an die Produktionsstätten ausgeliefert wird, kann die Produktion im großen Maßstab beginnen. Die erste Charge mit Impfstoff kann bereits nach 9 Wochen zur Verfügung stehen. Auf diese Weise lassen sich auch neue Virusstämme mit pandemischem Potenzial gut bekämpfen.

Der neue Influenza-Impfstoff von Baxter wird in einem Medium hergestellt, das auf den Zusatz von Proteinen oder anderen Rohmaterialien menschlichen oder tierischen Ursprungs verzichtet. Der Influenza-Impfstoff ist nach der Endformulierung rein und frei von Hühnereiweiß, und es wurden keine Antibiotika oder Konservierungsstoffe zugesetzt.

Das Unternehmen hat die klinischen Phase-III-Studien mit dem im Vero-Cell-Verfahren hergestellten Impfstoff in Europa bereits abgeschlossen. Im Februar 2002 erhielt es die Zulassung in den Niederlanden. Die Zulassung in anderen europäischen Staaten wird derzeit angestrebt.

Baxter verfügt über eine umfangreiche Produktpalette an Impfstoffen. Mehr als ein Dutzend verschiedene Impfstoffe befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Entwicklung, von der präklinischen Überprüfung bis hin zum Stadium kurz vor der Markteinführung. Dazu gehören auch Influenza-Impfstoffe sowie diverse Kombinationspräparate zur Impfung gegen Meningokokken. Zu den bereits auf dem Markt befindlichen Produkten gehören ein Impfstoff gegen das durch Zecken übertragene FSME-Virus sowie der Impfstoff NeisVac-C gegen die Meningokokken-C-Meningitis.


[08.10.2002] Quelle: Baxter Deutschland GmbH
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