Den Piks vermeiden - Wie Zuckerkranke in Zukunft um die Insulinspritze herumkommen
Hamburg (ots) - Wer bekommt schon gerne Spritzen? Keiner. Und
dennoch müssen sich Zuckerkranke oft mehrmals täglich das Medikament
Insulin spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel zu normalisieren.
Weltweit forschen Experten derzeit an innovativen Verfahren, bei
denen das Insulin so verabreicht wird, dass den Patienten der
unangenehme Piks erspart bleibt. Zum "Weltdiabetestag" am 14.
November informiert die Techniker Krankenkasse (TK) im Internet über
aktuelle Forschungsergebnisse zu Methoden, die dem Zuckerkranken in
Zukunft vielleicht die lästige Spritze ersetzen.
In Deutschland leiden über vier Millionen Menschen an der
Volkskrankheit Diabetes (Zuckerkrankheit), Tendenz steigend. Auch
weltweit, so schätzen Experten, wird sich die Anzahl der Diabetiker
bis zum Jahr 2010 auf 221 Millionen erhöhen. Das sind doppelt so
viele Zuckerkranke als noch Mitte der neunziger Jahre. Viele der
Betroffenen sind täglich auf Insulin als Medikament angewiesen, da
ihre Bauchspeicheldrüse nicht genug von dem Hormon produziert. Der
Mensch braucht Insulin unter anderem, um den energieliefernden Zucker
aus dem Blut in die Körperzellen aufzunehmen. Um schweren Spätschäden
wie Nierenversagen oder Erblinden vorzubeugen, sollten Diabetiker
ihren Blutzuckerspiegel so gut wie möglich einstellen. Dazu müssen
sich die Zuckerkranken oft mehrmals täglich, beispielsweise zu den
Mahlzeiten, Insulin spritzen.
Ingenieure und Wissenschaftler forschen momentan weltweit daran,
den Diabetikern die schmerzhafte Spritze zu ersetzen. Israelische
Forscher haben beispielsweise ein Insulin-Pflaster entwickelt, das
der Zuckerkranke am Handgelenk trägt, wo das Insulin über die Haut
aufgenommen wird. Andere Pharmakonzerne arbeiten an einem Insulin,
das Diabetiker inhalieren können, oder an synthetischen Pillen, die
das Hormon sicher durch den Magen transportieren, wo es sonst
normalerweise vom Magensaft zersetzt wird bevor es im Darm
aufgenommen werden kann.
Doch die Entwicklungen sind zunächst noch Zukunftsmusik. Dr. med.
Susanne Holthausen von der TK warnt vor voreiliger Euphorie: "Die
nadelfreien Methoden werden erst ausgiebig klinisch getestet. Ob
Zuckerkranke bald die Spritze im Schrank lassen können, wird sich
erst in den nächsten Jahren herausstellen."
Welche Neuigkeiten es außer Pflaster, Pille und Co. noch in der
Diabetesforschung gibt, können Interessierte unter www.tk-online.de
nachlesen. Zusätzlich werden Internet-Benutzer in der Rubrik "Medizin
& Gesundheit" ausführlich und verständlich über die Zuckerkrankheit
informiert.
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