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Orthokeratologie mit Kontaktlinsen, die Lösung aller Sehprobleme?

Hamburg (ots) - "Orthokeratologie" ist ein Schlagwort, das um die Welt geht. Darunter versteht man eine besondere Art der Kontaktlinsenversorgung. Eine individuell gefertigte formstabile Kontaktlinse bleibt über Nacht im Auge. Während des Schlafens übt diese Linse einen zarten Druck aus, die obere Zellschicht der Hornhaut verschiebt sich und am nächsten Morgen hat das Auge einen anderen Brechwert. Kurzsichtigkeit bis zu 3.5, maximal 4,5 Dioptrien wird "weggeformt". Am Tage ist das Sehen ohne Sehhilfe gut, in der Nacht wird die stützende Linse wieder aufgesetzt. Das hört sich faszinierend einfach an, aber so simpel ist die Orthokeratologie in der praktischen Anwendung nicht. "Nur gesunde Augen können so behandelt werden, unverzichtbar ist vor der Kontaktlinsenanpassung ein gründlicher Augencheck bei einem spezialisierten Augenarzt", so Dr. Gudrun Bischoff, 1. Vorsitzende der Deutschen Augenärztlichen Kontaktlinsen Gesellschaft. "Die Hornhaut ist ein empfindliches Gewebe, Störungen im Stoffwechsel, also Ernährungsstörungen, führen zur Sehverschlechterung durch Eintrübung der Hornhaut".

Das Material der neuen Orthokeratologie-Kontaktlinsen ist hoch sauerstoffdurchlässig. Damit sind nach den Ergebnissen weltweiter Studien Komplikationen ausgeschlossen. Hierzu Dr. Bischoff:" Die Reaktion des Auges auf diese Art nächtlicher Bandage ist im Einzelfall unterschiedlich. Unverzichtbar ist für den Träger orthokeratologischer Kontaktlinsen die engmaschige augenärztliche Kontrolle, anfangs sogar täglich bis wöchentlich." Ganz energisch warnen die Augenärzte vor unsachgemäßer und unkritischer Anwendung.

Die augenärztlichen Kontaktlinsen-Experten der deutschen Fachgesellschaft betrachten die Orthokeratologie bei guter Kooperation mit aufgeklärten, geeigneten Patienten mit vorsichtigem Optimismus. "Positiven Trends werden wir uns nicht verschließen, sondern mit augenärztlichem Wissen beratend zur Seite stehen. Ein Augenarzt kann mit der mikroskopischen Untersuchung der Hornhaut Komplikationen sofort erkennen. Die Augengesundheit unserer Kontaktlinsenträger hat höchsten Stellenwert". Dr. Bischoff hebt als besonders positiv hervor, dass "nicht jeder in der Bundesrepublik die Orthokeratologie vornehmen kann." Erst nach einem Kurs, der die Anpasstechnik vermittelt, können die Linsen von der Firma bezogen werden. Das gemeinsame Ziel ist: gutes gesundes Sehen durch die Orthokeratologie. Und es sieht so aus, dass dieses Ziel in erreichbare Nähe gerückt ist.


[27.03.2003] Quelle: Deutsche Augenärztliche Kontaktlinsen Gesellschaft
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