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Traumberuf trotz Asthma?

Experte gibt Tipps für den Einstieg ins Berufsleben/Wichtige Voraussetzungen: Gute Schulung und das richtige Medikament


Jugendliche, die an Asthma leiden - und das sind immer mehr - sollten ihre Krankheit auch bei ihren Zukunftsplänen berücksichtigen. Im Klartext: Jeder zehnte Heranwachsende mit Asthma kann seinen künftigen Beruf nicht uneingeschränkt danach aussuchen, was ihm Spaß macht. Er muss vielmehr nach einer Tätigkeit Ausschau halten, in der er nicht Gefahr läuft, dass sich seine Symptome verschlimmern. Es gibt jedoch Chancen für den Traumberuf, betont Dr. Josef Lecheler, Ärztlicher Direktor des CJD Asthmazentrums Berchtesgaden, einer Einrichtung des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschlands e. V. (CJD). Sie sind umso größer, je früher die Berufswahl geklärt ist, je besser die Krankheit durch Asthmaschulung bewältigt wird und je exakter sich der Jugendliche an die Therapie hält, die sein Arzt ihm verordnet hat.

Ein besonders wichtiges Kriterium ist die Asthmaschulung. Dr. Lecheler: "Sie erlaubt dem Jugendlichen, seine Krankheit besser einzuschätzen und sie zu managen. Jugendliche dagegen, die sich nicht vernünftig schulen lassen, sich nicht an die Empfehlungen des Arztes halten und zum Beispiel das Rauchen nicht aufgeben, haben kaum Chancen, ihren Traumberuf zu erlernen."

Ebenso entscheidend ist das Einhalten der Behandlungsvorschriften. Das ist gerade in diesem Alter ein Problem: Weniger als ein Drittel der asthmakranken Mädchen und Jungen nehmen ihre Medikamente so ein, wie sie verschrieben wurden. Der Grund: Sie möchten in ihrer Clique nicht als "schwacher Typ" gelten, der ständig mit seinem Inhaliergerät hantieren muss. Einen wesentlichen Fortschritt bietet in diesem Punkt der Leukotrien-Antagonist Singulair mit dem Wirkstoff Montelukast. Er braucht nicht wie die herkömmlichen Asthmamittel inhaliert zu werden sondern wird als Tablette eingenommen und deshalb gerade von Kindern und Jugendlichen oft besser akzeptiert. Dr. Lecheler: "Mit der Kautablette Singulair wird die Therapie entscheidend vereinfacht."

Jugendliche mit guten schulischen Abschlüssen haben bei der Berufswahl nur selten Probleme: "In den so genannten Weiße-Kragen-Berufen - also Büro-Jobs - sind Asthmakranke meist gut aufgehoben", sagt Dr. Lecheler. Als Berufe mit geringem Risiko für Asthmatiker gelten Jobs in der Verwaltung, Informatik und Wissenschaft, Berufe bei Behörden, in kaufmännischen Bereichen und bei den Medien.

Im gewerblich-technischen Bereich ist die Liste der Berufe, die für Asthmatiker nicht in Frage kommen, leider länger als die der geeigneten. Jugendliche mit Problemen der Atemwege sollten nämlich möglichst keine Berufe wählen, bei denen sie atmungsreizenden Stoffen und Allergenen ausgesetzt sind. Solche Substanzen kommen z. B. vor in Bäckereien (Mehl), in der Textilindustrie (Woll- und Seidenstaub, Farbstoffe), auf Bauernhöfen (Federn, Tierhaare, Tierfutter, Pollen), in Wäsche-, Pelz- und Lebensmittelgeschäften, in Büchereien und bei der Arbeit als Frisör oder Kosmetikerin. Eine Beschäftigung in Gärtnereien und Blumengeschäften kann für Asthmatiker ebenso problematisch sein wie in der chemischen Industrie und in staubbelasteten Berufen (z. B. auf dem Bau).

Hat der Jugendliche jedoch gelernt, sein Asthma erfolgreich zu bewältigen und seine Fähigkeiten und Kompetenz korrekt einzuschätzen, stehen auch ihm viele Berufswege offen, unterstreicht der Berchtesgadener Asthma-Spezialist. Zu den Berufen mit einem tragbaren und abschätzbaren Risiko zählen Kfz-Mechaniker, Feinmechaniker, Optiker und Uhrmacher, sowie Berufe im medizinischen Bereich (z. B.Logopäde oder Mitarbeiter im Krankenhäusern und Arztpraxen) und Beschäftigungen in der Industrie an emissionsfreien Arbeitsplätzen.

Dr. Lecheler: "Mit der richtigen Vorbereitung und Behandlung kann jeder Jugendliche zu einer Entscheidung kommen, die seinen ganz persönlichen Wünschen und Begabungen entspricht."


[22.04.2004] Quelle: Stroebel Communications GmbH & Co KG
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