Blockade gegen Asthma
Nürnberg (ots) - Dr. Katja Beier von der Berliner Charité ist auf
der Spur einer neuen Therapie gegen das allergische Asthma. Dafür
erhält sie ein Stipendium der Novartis-Stiftung.
Für die betroffenen Kinder ist es eine Qual: Ihre Lungen sind
verengt und entzündet, sie husten und ringen nach Luft. Das
allergische Asthma gilt inzwischen als häufigste Erkrankung im
Kindesalter, aber auch Erwachsene sind zunehmend betroffen; alles in
allem etwa vier Millionen Deutsche. Die therapeutischen Möglichkeiten
beschränken sich bislang auf die Bekämpfung der Symptome - abgesehen
von der Immuntherapie, die allerdings erst ab dem sechsten bis
siebten Lebensjahr möglich ist. Einen völlig neuen Behandlungsansatz
verfolgt dagegen Dr. Katja Beier vom Berliner Universitätsklinikum
Charité. Für ihre Forschungen wird sie nun mit einem
Graduiertenstipendium der Nürnberger Novartis-Stiftung für
therapeutische Forschung ausgezeichnet.
Das allergische Asthma beruht auf fehlgeleiteten Reaktionen des
Immunsystems gegen normalerweise harmlose Stoffe aus der Umwelt -
seien es Blütenpollen, seien es Erdnüsse oder Tierhaare. Der Kontakt
mit diesen Allergie auslösenden Stoffen (Allergenen) führt zu einer
irrtümlichen Reaktion mit den "T-Zellen" der Körperabwehr, die
weitere Zellen des Immunsystems aktivieren und einen Angriff gegen
das Allergen veranlassen. Dadurch entsteht eine Entzündungsreaktion,
worauf sich die kleinen und mittleren Atemwege schließlich verengen.
Die Allergene werden auf der Oberfläche von bestimmten Zellen, den
"Antigen präsentierenden Zellen" (APC) regelrecht ausgestellt und von
den T-Zellen über eine Bindung an den "T-Zell-Rezeptor" erkannt. Doch
das allein reicht noch nicht, um diese Lymphozyten gegen das Allergen
scharf zu machen. Für einen Angriff der Körperabwehr braucht es
weitere Signale. "Ein zentrales Signal wird durch ein Molekül namens
ICOS vermittelt", erklärt die Preisträgerin. Mit Studien an Mäusen
haben Katja Beier und ihre Kollegen von der Klinik für Pädiatrie der
Charite herausgefunden, dass ICOS tragende T-Zellen den
Entzündungsprozess in den Lungen einleiten und aufrechterhalten.
Basierend auf ihren Erkenntnissen testen die Berliner Mediziner
jetzt einen neuen Therapieansatz für das allergische Asthma.
Kernpunkt: Mit so genannten monoklonalen Antikörpern gegen ICOS
wollen sie genau die T-Zellen in der Lunge ausschalten, die die
allergische Atemwegsentzündung verursachen. Ein solches Medikament
würde das ICOS-Molekül blockieren und ließe sich nach neuen Studien
über ein Inhalations-Spray in die Lungen einschleusen. So könnte man
die Entzündungskaskade schon auf der Ebene der T-Zellen durchbrechen
und Folgeschäden verhindern. Das Problem Asthma wäre damit tief an
der Wurzel gepackt.
Die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung in Nürnberg
gehört zu den ältesten und größten Unternehmensstiftungen in
Deutschland. Ihr Stiftungsvolumen umfasst jährlich etwa 650.000 Euro.
Die Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen
in den Bereichen Pharma und Consumer Health. Im Jahr 2003 erzielte
der Konzern einen Umsatz von USD 24,9 Milliarden und einen Reingewinn
von USD 5,0 Milliarden. Der Konzern investierte rund USD 3,8
Milliarden in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in
Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund
78500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 140 Ländern. Weitere
Informationen finden Sie im Internet unter http://www.novartis.de.
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